Hallo zusammen!
Man mag es kaum glauben, aber ich lebe noch und ich habe auch noch nicht die Lust am bloggen verloren. Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber wie es der Titel schon verrät habe ich für 2 Wochen auf einer Farm gearbeitet und dort hatte ich leider nur begrenztes Internet und kein W-Lan. Von der Zeit werde ich in diesem Eintrag gleich berichten.
Zunächst einmal wollte ich mich aber für die ganzen bisherigen Kommentare bedanken =) Ich freu mich immer, wenn ich einen neuen Kommentar sehe. Und auch danke an alle stillen Mitleser.
Nun aber zum Bericht der 2 Wochen.
Die Reise zur Komafarm habe ich recht gut überstanden. Mit dem Zug gings erstmal von Tokyo nach Takao, dann nach Kofu und schließlich nach Nirasaki. Insgesamt waren das 2-3 Stunden Fahrt. Ich hab mir auf der Reise dann Pocky gekauft, weil diese Süßigkeit im Internet hoch gelobt wird. Naja, meiner Meinung nach sind die überbewertet. Sie schmecken halt wie stinknormale Mikadostäbchen. Im Zug nach Nirasaki waren auch eine Menge Schüler dabei und ich musste mich mit meinem großen Backpack reinquetschen. Dort habe ich dann fast ne Japanerin zerquetscht, weil ich mich nirgends festhalten konnte. Letztlich haben es aber alle Anwesenden überlebt.
Danach musste ich einen Bus nach Shiogawa nehmen. Also habe ich auf japanisch Leute gefragt, welcher Bus der richtige ist, was mir auch sofort gezeigt wurde. Anders als in Tokyo können die Leute auf dem Land nämlich wirklich so gut wie gar kein Englisch. Auf der Busfahrt bin ich aber dann ziemlich verzweifelt, weil dort alles nur in Kanji stand und ich keine Ahnung hatte, wann die richtige Haltestelle kommt. Außerdem war die Busfahrt so extrem lang, ich dachte da müsste was faul sein. Ich habe also einen Schüler angesprochen und total vollgejammert. Der arme tut mir im Nachhinein extrem Leid. Er konnte nämlich gaaar kein Englisch und hat versucht mir irgendwas mitzuteilen. Ich habe natürlich nichts verstanden. Letztendlich habe ich es aber doch noch nach Shiogawa geschafft. Weil ich aber so fertig mit den Nerven war, hat der Schüler für mich die Farm angerufen (mein Handy hatte in den Bergen kein Netz) und den Leuten gesagt, dass sie mich abholen sollen. Sonst hätte ich nämlich noch weiter fahren müssen. Also der Schüler war echt so nett und hat mir so ungefähr mein Leben gerettet. Sonst wäre ich nämlich vollkommen verzweifelt. Mein Hostvater hat mich dann also abgeholt, zusammen mit einem anderen deutschen Wwoofer, der auch gerade zufällig auf der Farm war (Grüß dich, Timo!^^)
Auf der Farm leben der Hostvater (den Namen habe ich nie rausgefunden, habe ihn immer nur otoosan = Vater genannt) und Chiharu-san (eine Frau). Ihre Beziehung zueinander habe ich nie richtig verstanden. Der Hostvater war schon älter und Chiharu-san Ende 30, aber er war nicht ihr Vater. Vielleicht Onkel? Ich werde es wohl nie herausfinden. Der Hostvater war auf jeden Fall seeeeeehr nett und hat immer für alle gekocht. Mit ihm habe ich am liebsten gearbeitet, weil er schön unkompliziert war. Chiharu-san dagegen ist die stressigste Person, die ich je getroffen habe. Immer am herumrennen und machen, nie hat sie sich mal eine Pause gegönnt. Mit ihr zu arbeiten war immer etwas anstrengend. Außerdem gab es noch einen Hund, Ryu-chan. Sie ist überhaupt nicht erzogen, bellt immer wenn sie spazieren gehen, essen oder einfach nur Aufmerksamkeit will. Sogar morgens hat sie immer gebellt, sodass man gar nicht die Möglichkeit hatte mal länger im Bett zu bleiben. Aber ich musste sowieso jeden Tag vor 6 Uhr aufstehen. Das ist mir sogar überraschend leicht gefallen, ich dachte ich würde mehr kämpfen müssen. Ryu-chan konnte auch noch nichtmal Stöcken oder sowas holen. Wenn man etwas geschmissen hat, dann ist sie immer nur hingelaufen, aber nicht mehr zurück... Das war sehr merkwürdig.
Meine Arbeit auf der Farm bestand hauptsächlich darin Hanamame ( eine Art Bohne) zu pflücken und zu öffnen, Mais zu pflücken, Zucchini zu pflücken oder Kartoffeln zu sortieren. Außerdem musste ich im Haushalt helfen, das heißt staubsaugen, abwaschen, Wäsche aufhängen, etc. Also ingesamt war die Arbeit vom körperlichen gesehen nicht sonderlich schwer und anstrengend. Aber sie war zum Teil sehr langweilig. Zum Glück war der andere deutsche Wwoofer da, dann konnten wir uns wenigstens unterhalten. Ich glaube aber auch, dass ich eine gute Zeit erwischt habe, weil ich öfters freie Tage hatte.
Das japanische Essen hat mir größtenteils auch gut geschmeckt. Leider waren in manchen Gerichten Pilze drinnen. Es gab einmal so weiße, kleine Pilze, die habe ich sogar gegessen (Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe sie gegessen!!!), weil ich nichts sagen wollte. Die anderen braunen Pilze habe ich aber unauffällig raussortiert, bzw. nicht gegessen. Ich muss sagen, durch diese 2 Wochen bin ich zum totalen Reis, Tofu und Kürbis-Fan avanciert. Und es ist gar nicht so schlimm morgens schon Reis zu essen! Ich habe übrigens auch Natto probiert - das angeblich schlimmste japanische Essen, was man einem Ausländer vorsetzen kann. Ich fand es letztendlich aber nicht sooo eklig, habs mir schlimmer vorgestellt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es nie roh probiert habe, sondern immer nur mit Soße vermischt. Immer hätte ich Natto aber auch nicht essen können. Zwischen der Arbeit gab es dann immer mal wieder Pausen mit Snacks. Dort habe ich eine japanische Süßigkeit lieben gelernt: Gebäckstückchen mit Karamell überzogen. Passt besonders gut zu Kaffee. Ich muss mir unbedingt davon was nach Deutschland mitnehmen, wenn ich heimkomm!
Ich könnte noch sooo viel über die Zeit auf der Farm schreiben, aber dann würde der Eintrag ewig lang werden. Deshalb höre ich hier auch einfach für heute auf. Vielleicht schreibe ich ja nochmal später was dazu. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Zeit auf der Farm sehr interessant fand und dass es sich gelohnt hat dort hin zu fahren.
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Hallo Valerie!
AntwortenLöschenEndlich hört man mal wieder was von dir ;-) Ich habe mir schon gedacht, dass es auf dem Land schwierig ist ins Internet zu kommen. Es freut mich, dass es dir gut geht. Das Leben auf der Farm klingt ja doch ganz interessant, insbesondere das Essen ^^ Das du es wirklich schaffst um 6 Uhr aufzustehen? Kann ich gar nicht richtig glauben :P Wo geht es jetzt für dich hin?
Weiterhin viel Spaß!
Liebe Grüße, Sascha
Eeeehhhhhh?! Grüße zurück !:)
AntwortenLöschenBin mal gespannt wie es in Kyoto so ist.
lg
Timo
Uh, Natto... würd ich auch gerne mal probieren ;)
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