Guten Tag!
Ich schreibe hier einen gaaaanz kurzen Bericht ueber meinen Aufenthalt in Hiroshima und Fukuoka, weil ich nur eine halbe Stunde ins Internet darf und davon schon 15 Minuten weg sind. Der Bericht wird aber nochmal von mir ausfuehrlicher geschrieben, ich verspreche es.
Hiroshima: Als ich hingekommen bin hats geregnet - passend zur Geschichte Hiroshimas. Ich habe das Atombombenmuseum besucht (ganze 2mal, weil ich beim ersten Mal nicht genug Zeit hatte und das Museum nur ca. 50 cent gekostet hat). Das war sehr interessant, erschreckend und beeindruckend. Ich habe viel neues gelernt. Dann habe ich noch die Gedenkhalle fuer die Opfer besucht, dort wurden Berichte von Zeitzeugen ausgestellt, auch sehr interessant. Den Atombombendom habe ich natuerlich auch gesehen.
Ausserdem war ich in Miyajima, dort wo das beruehmte schwimmende rote Tor steht, eines der meistfotografiertesten Sachen in Japan. Wenn ihr es seht kennt ihr es ganz sicher. Es war ganz nett anzusehen. Besser fand ich aber den Mount Misen, dort oben gab es Affen und Hirsche und man hatte einen prima Ausblick auf die Umgebung. Der Wald war glaube ich sogar noch ein Urwald.
Fukuoka: Dort habe ich nur 2 Tage verbracht. Ersten Tag habe ich mir ein paar Schreine angesehen und den Daibutsu aus Holz angesehen. Den zweiten Tag wollte ich eigentlich in den Zoo, aber stattdessen bin ich zufaellig an einem Park vorbeigekommen, in dem ein kleines Cosplay-Karaoke Fest stattgefunden hat. Sooo cool, dass ich ausgerechnet an diesem Tag zufaellig an dem Park vorbeigegangen bin =D Dort habe ich auch einen Haufen anderer Deutscher getroffen, die irgendwie alle Mitglied bei einer Sprachschule oder so waren. Mit denen habe ich dann den ganzen Tag verbracht. Wir hatten viel Spass beim Karaoke mitzutanzen und 2 von denen haben sogar gesungen. Fukuoka ist uebrigens eine der Staedte Japans mit der groessten Kriminalitaet - und ich kans nur bestaetigen -.- Ich sage nur ich bin tagsueber unwissend durchs Rotlichviertel gelaufen und wurde dumm angequatscht... (und das in ner Regenjacke und ueberhaupt nicht sexy).
Jetzt bin ich aber mal wieder Wwoofen und zwar diesmal bei einer Obstfarm. Ich werde also fuer 3 Wochen nur recht selten ins Internet koennen, Handyempfang habe ich aber! Die Familie ist sehr nett und ich muss nicht kochen! =D Ausserdem kann ich im warmen arbeiten und ich habe 2 freie Tage pro Woche. Insgesamt also bisher sehr toll hier.
So, ich muss dann schon wieder weg, Viertelstunde ist rum.
Liebe Gruesse,
Valerie
Donnerstag, 19. November 2009
Mittwoch, 11. November 2009
Osaka
Konbanwa!
Vom 6.11-10.11 war ich in Osaka, der drittgrößten Stadt Japans (eigentlich zweitgrößte weil Yokohama gehört ja eigentlich fast zu Tokio). Als ich angekommen bin war mein erster Gedanke ungefähr folgendermaßen: Oh mein Gott, wo bin ich denn hier gelandet?! Das erste was ich nämlich gesehen habe, als ich aus der Subway station wieder auf die Straße gelaufen bin war ein Hentai Heft, gefolgt von einer Pachinko Halle. Das Viertel, in dem ich gewohnt habe war allgemein etwas heruntergekommen und zwielichtig. Es liefen viele alte merkwürdige Männer rum. Nach einem Tag konnte ich mein Bild von Osaka aber korrigieren und fand es später sogar richtig gut.
Am ersten Tag bin ich mich in der Gegend umschauen gegangen und habe mir ein paar Schreine und Tempel angesehen. War halt mal wieder das übliche und nichts wirklich besonders Aufregendes. Abends war ich dann aber auf der Shopping-Arkade Shinsaibashi, wo es sehr viele tolle Geschäfte gab. Es gab da auch ein Bodyline Geschäft mit Gothic Lolita Klamotten und da habe ich auch gleich mal zugeschlagen *hust* Jetzt ist mein Rucksack sooo voll, da passt nichts mehr rein =/
Am nächsten Tag war ich dann in Himeji und habe mir dort die Burg angesehen. Ich muss sagen, die ist echt wunderschön! Ich habe ungefähr 10.000 Fotos gemacht^^ Aber man musste zum Teil so lange anstehen, weil dort so viele Touristen waren. Ich bin aber auch Samstags hingegangen, also bin ich eigentlich selbst Schuld. Danach war ich noch in einem Garten neben der Burg, der war auch sehr schön. Leider durfte man darin nicht essen, weshalb auch immer. In Himeji habe ich in einem Udon-Restaurant (Udon sind bestimme japanische Nudeln) gegessen und dort hat mich einer der Mitarbeiter gelobt, dass ich die Nudeln wie ein Japaner esse *muhaha* Wenn man bedenkt, dass ich bei meinen ersten Nudeln in Japan ewig gebraucht habe, um sie aufzuessen, dann kann ich sagen, dass ich mittlerweile doch recht gut mit Stäbchen essen kann.
Den dritten Tag habe ich dann mal wieder in Osaka verbracht. Ich bin ins Kaiyan Aquarium gegangen, das war echt toll dort. Obwohl es relativ teuer war, hat sich der Besuch meiner Meinung nach wirklich gelohnt. Ich habe sehr viele lustige Meerestiere gesehen und durfte sogar Rochen anfassen! Aber die Hauptattraktion war wohl der Walhai, der war echt beeindruckend! Hat gar nicht ganz auf ein Bild gepasst, weshalb ich jetzt immer nur Ausschnitte von ihm habe. Und es gab lustige Riesenkrabben, die hätten gut in ein Horror-Trash-Film gepasst. Direkt neben dem Aquarium gabs dann noch das angeblich größte Riesenrad der Welt. Die Aussicht war echt toll, vor allem weil ich bei Dunkelheit mitgefahren bin und man die ganzen Lichter gesehen hat. Die Burg von Osaka habe ich mir auch noch am gleichen Tag angeschaut, dort bin ich aber nicht reingangen. Von außen war es trotzdem ganz nett anzusehen. Und ich war noch bei der Stadthalle auf der Insel Nakanoshima mitten in Tokio. Dort in der Nähe wurde ich dann von japanischen Skatern angesprochen, die mir gesagt haben, dass ich eine "bijin" (schöne Frau) sei *hehehe* Endlich höre ich das von Japanern in meinem Alter und nicht nur von alten Leuten. So, jetzt fühl ich mich toll xD
Am letzten Tag bin ich dann nach Nara gefahren. Dort sind gaaaanz viele ultrazahme Rehe rumgelaufen. Die standen einfach mitten in den Menschenmassen und wollten gefüttert werden. Man konnte die auch problemlos streicheln, die sind einfach stehen geblieben. Ich habe da natürlich alle wichtigen Schreine abgeklappert. Am beeindruckensten war natürlich der riesige Buddha Daibutsu. In der Halle gabs auch eine Säule aus Holz, indem ein Loch ist, das so groß wie ein Nasenloch des Daibutsus ist. Wenn man es schafft durch dieses Loch zu kriechen, dann soll man erleuchtet werden oder so. Laut Lonely Planet bleiben Erwachsene regelmäßig stecken, während Kinder problemlos durchkrabbeln können. Ich habe es aber natürlich geschafft ;P Ok, alle japanischen Mädchen haben es geschafft und da ich ja die gleiche Größe habe war das klar. Erleuchtet fühle ich mich aber leider noch nicht. Ich hoffe das kommt noch.
Insgesamt finde ich Osaka im Nachhinein richtig cool und auch Himeji und Nara waren toll.
Danach bin ich nach Hiroshima gefahren, von wo ich gerade diesen Blogeintrag schreibe. Ich werde morgen aber schon wieder abreisen nach Fukuoka. Meine Erlebnisse von den beiden Städten werde ich dann in dem nächsten Post schildern.
Liebe Grüße,
Valerie
Vom 6.11-10.11 war ich in Osaka, der drittgrößten Stadt Japans (eigentlich zweitgrößte weil Yokohama gehört ja eigentlich fast zu Tokio). Als ich angekommen bin war mein erster Gedanke ungefähr folgendermaßen: Oh mein Gott, wo bin ich denn hier gelandet?! Das erste was ich nämlich gesehen habe, als ich aus der Subway station wieder auf die Straße gelaufen bin war ein Hentai Heft, gefolgt von einer Pachinko Halle. Das Viertel, in dem ich gewohnt habe war allgemein etwas heruntergekommen und zwielichtig. Es liefen viele alte merkwürdige Männer rum. Nach einem Tag konnte ich mein Bild von Osaka aber korrigieren und fand es später sogar richtig gut.
Am ersten Tag bin ich mich in der Gegend umschauen gegangen und habe mir ein paar Schreine und Tempel angesehen. War halt mal wieder das übliche und nichts wirklich besonders Aufregendes. Abends war ich dann aber auf der Shopping-Arkade Shinsaibashi, wo es sehr viele tolle Geschäfte gab. Es gab da auch ein Bodyline Geschäft mit Gothic Lolita Klamotten und da habe ich auch gleich mal zugeschlagen *hust* Jetzt ist mein Rucksack sooo voll, da passt nichts mehr rein =/
Am nächsten Tag war ich dann in Himeji und habe mir dort die Burg angesehen. Ich muss sagen, die ist echt wunderschön! Ich habe ungefähr 10.000 Fotos gemacht^^ Aber man musste zum Teil so lange anstehen, weil dort so viele Touristen waren. Ich bin aber auch Samstags hingegangen, also bin ich eigentlich selbst Schuld. Danach war ich noch in einem Garten neben der Burg, der war auch sehr schön. Leider durfte man darin nicht essen, weshalb auch immer. In Himeji habe ich in einem Udon-Restaurant (Udon sind bestimme japanische Nudeln) gegessen und dort hat mich einer der Mitarbeiter gelobt, dass ich die Nudeln wie ein Japaner esse *muhaha* Wenn man bedenkt, dass ich bei meinen ersten Nudeln in Japan ewig gebraucht habe, um sie aufzuessen, dann kann ich sagen, dass ich mittlerweile doch recht gut mit Stäbchen essen kann.
Den dritten Tag habe ich dann mal wieder in Osaka verbracht. Ich bin ins Kaiyan Aquarium gegangen, das war echt toll dort. Obwohl es relativ teuer war, hat sich der Besuch meiner Meinung nach wirklich gelohnt. Ich habe sehr viele lustige Meerestiere gesehen und durfte sogar Rochen anfassen! Aber die Hauptattraktion war wohl der Walhai, der war echt beeindruckend! Hat gar nicht ganz auf ein Bild gepasst, weshalb ich jetzt immer nur Ausschnitte von ihm habe. Und es gab lustige Riesenkrabben, die hätten gut in ein Horror-Trash-Film gepasst. Direkt neben dem Aquarium gabs dann noch das angeblich größte Riesenrad der Welt. Die Aussicht war echt toll, vor allem weil ich bei Dunkelheit mitgefahren bin und man die ganzen Lichter gesehen hat. Die Burg von Osaka habe ich mir auch noch am gleichen Tag angeschaut, dort bin ich aber nicht reingangen. Von außen war es trotzdem ganz nett anzusehen. Und ich war noch bei der Stadthalle auf der Insel Nakanoshima mitten in Tokio. Dort in der Nähe wurde ich dann von japanischen Skatern angesprochen, die mir gesagt haben, dass ich eine "bijin" (schöne Frau) sei *hehehe* Endlich höre ich das von Japanern in meinem Alter und nicht nur von alten Leuten. So, jetzt fühl ich mich toll xD
Am letzten Tag bin ich dann nach Nara gefahren. Dort sind gaaaanz viele ultrazahme Rehe rumgelaufen. Die standen einfach mitten in den Menschenmassen und wollten gefüttert werden. Man konnte die auch problemlos streicheln, die sind einfach stehen geblieben. Ich habe da natürlich alle wichtigen Schreine abgeklappert. Am beeindruckensten war natürlich der riesige Buddha Daibutsu. In der Halle gabs auch eine Säule aus Holz, indem ein Loch ist, das so groß wie ein Nasenloch des Daibutsus ist. Wenn man es schafft durch dieses Loch zu kriechen, dann soll man erleuchtet werden oder so. Laut Lonely Planet bleiben Erwachsene regelmäßig stecken, während Kinder problemlos durchkrabbeln können. Ich habe es aber natürlich geschafft ;P Ok, alle japanischen Mädchen haben es geschafft und da ich ja die gleiche Größe habe war das klar. Erleuchtet fühle ich mich aber leider noch nicht. Ich hoffe das kommt noch.
Insgesamt finde ich Osaka im Nachhinein richtig cool und auch Himeji und Nara waren toll.
Danach bin ich nach Hiroshima gefahren, von wo ich gerade diesen Blogeintrag schreibe. Ich werde morgen aber schon wieder abreisen nach Fukuoka. Meine Erlebnisse von den beiden Städten werde ich dann in dem nächsten Post schildern.
Liebe Grüße,
Valerie
Freitag, 6. November 2009
Wwoofen in Sasayama Teil II
Hallo again!
Hier kommt der zweite Teil von meinen Erlebnissen in Sasayama:
Ich habe noch was gaaaanz tolles gemacht in dieser Stadt, nämlich konnte ich zu einer Kendo Probestunde gehen. Für die Unwissenden: Kendo ist ein japanischer Schwertkampfsport.
Dan, Timo, Tylor und ich sind also zu dieser Probestunde gegangen und ich muss sagen es war echt lustig, interessant und anstrengend. Als erstes gabs natürlich den typischen Aufwärmungskram, obwohl wir uns erst gedehnt und dann aufgewärmt haben. Das war etwas merkwürdig. Und der Lehrer hatte einen echt schockierten Blick drauf, als er gesehen hat, wie ungelenkt die Ausländer doch sind *g* Dann ging es mit den Basicsachen los, die waren schon schwer genug. Ich möchte gar nicht wissen, wie doof das für Profis aussah. Vor allem waren die Kinder, die mit uns trainiert haben, um Längen besser als wir. Die hätten uns wahrscheinlich alle locker fertig gemacht. Jedenfalls musste man bei jedem Schlag "Men!" schreien. Im Grunde ist das ja gar nicht lustig, dann sollten wir aber nach dem Schlag mit dem Bambusschwert hochgehoben am Gegner vorbeipreschen und dazu "Meeeeeeen!" schreien, da konnte ich nicht mehr an mir halten. Das sah einfach zu lächerlich aus und das Men! klang wie das blöken eines Schafs xD Das laute Loslachen konnte ich mir zum Glück noch grad so verkneifen, aber immer wenn ich dem Gegner ins Gesicht geblickt habe, musste ich zu sehr grinsen um noch kämpfen zu können. Insgesamt war der Kendounterricht schon eine tolle Erfahrung.
Ein paar Tage später hatte ich dann die Möglichkeit zu lernen, wie man sich selbst richtig einen Kimono anzieht. Es kam eine Lehrerin ins Haus und hat quasi eine Privatstunde für die Frauen gegeben. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig es ist, sich ganz alleine den Kimono richtig anzuziehen... Man muss so viel anziehen, festbinden, umschlagen, das ist echt unglaublich. Ich weiß gar nicht, wie man alles festhalten und sich dann gleichzeitig eine Schnur um den Bauch binden soll, ohne dass alles verrutscht. Wir sind in der Stunde sogar gar nicht mehr zum Obi (dem obersten Gürtel) gekommen, weil wir erstmal üben sollten, den Rest richtig anzuziehen. Ich frage mich, wie die Frauen früher das jeden Tag anziehen konnten. Ohne Hilfe würde ich das nie im Leben schaffen. Die nächste Stunde wäre leider erst am 9.11, aber ich bin ja nicht mehr in Sasayama. Aber Midori-san hat mir in Kurzform gezeigt, wie man den Obi richtig bindet. Außerdem hat sie mir (aufgepasst!) 2 Kimono, eine Kimonojacke, einen Unterkimono und einen Obi geschenkt!!!!! Ist das nicht unglaublich? Ich konnte es echt nicht fassen, dass ich das alles gratis bekommen habe! So extrem cool =D Die Sachen sind zwar gebraucht, aber schon alleine dafür muss man normalerweise viel Zahlen. Ich habe jetzt ein Paket mit den ganzen Kimonos nach Hause geschickt, weil die echt schwer sind. Rumtragen könnte ich das alles nie im Leben. Ich muss sagen, dass ich zu diesem Host gegangen bin ist echt die beste Entscheidung, die ich getroffen habe.
Am Tag vor meiner Abreise haben die anderen Wwoofer dann ein Lagerfeuer gemacht. Nur für mich! (Ok, das war gelogen. Es war Bonfire Night und irgendwie ist das in England ein Feiertag oder so. Ich habe es trotzdem als mein Abschiedgeschenk aufgefasst :P) Jedenfalls war das echt ein schöner Abschied. Ich muss sagen, das war echt ein cooler Haufen Leute und ich werde sie wohl auch ein bisschen vermissen. Ich hatte echt seeeehr viel Spaß auf der Farm. Aber naja, heute bin ich dann nach Osaka abgereist. Ich werde in Osaka wohl 3-4 Tage bleiben.
Also, der neue Eintrag wird dann wohl dann um die Zeit kommen.
Liebe Grüße,
Valerie
Hier kommt der zweite Teil von meinen Erlebnissen in Sasayama:
Ich habe noch was gaaaanz tolles gemacht in dieser Stadt, nämlich konnte ich zu einer Kendo Probestunde gehen. Für die Unwissenden: Kendo ist ein japanischer Schwertkampfsport.
Dan, Timo, Tylor und ich sind also zu dieser Probestunde gegangen und ich muss sagen es war echt lustig, interessant und anstrengend. Als erstes gabs natürlich den typischen Aufwärmungskram, obwohl wir uns erst gedehnt und dann aufgewärmt haben. Das war etwas merkwürdig. Und der Lehrer hatte einen echt schockierten Blick drauf, als er gesehen hat, wie ungelenkt die Ausländer doch sind *g* Dann ging es mit den Basicsachen los, die waren schon schwer genug. Ich möchte gar nicht wissen, wie doof das für Profis aussah. Vor allem waren die Kinder, die mit uns trainiert haben, um Längen besser als wir. Die hätten uns wahrscheinlich alle locker fertig gemacht. Jedenfalls musste man bei jedem Schlag "Men!" schreien. Im Grunde ist das ja gar nicht lustig, dann sollten wir aber nach dem Schlag mit dem Bambusschwert hochgehoben am Gegner vorbeipreschen und dazu "Meeeeeeen!" schreien, da konnte ich nicht mehr an mir halten. Das sah einfach zu lächerlich aus und das Men! klang wie das blöken eines Schafs xD Das laute Loslachen konnte ich mir zum Glück noch grad so verkneifen, aber immer wenn ich dem Gegner ins Gesicht geblickt habe, musste ich zu sehr grinsen um noch kämpfen zu können. Insgesamt war der Kendounterricht schon eine tolle Erfahrung.
Ein paar Tage später hatte ich dann die Möglichkeit zu lernen, wie man sich selbst richtig einen Kimono anzieht. Es kam eine Lehrerin ins Haus und hat quasi eine Privatstunde für die Frauen gegeben. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig es ist, sich ganz alleine den Kimono richtig anzuziehen... Man muss so viel anziehen, festbinden, umschlagen, das ist echt unglaublich. Ich weiß gar nicht, wie man alles festhalten und sich dann gleichzeitig eine Schnur um den Bauch binden soll, ohne dass alles verrutscht. Wir sind in der Stunde sogar gar nicht mehr zum Obi (dem obersten Gürtel) gekommen, weil wir erstmal üben sollten, den Rest richtig anzuziehen. Ich frage mich, wie die Frauen früher das jeden Tag anziehen konnten. Ohne Hilfe würde ich das nie im Leben schaffen. Die nächste Stunde wäre leider erst am 9.11, aber ich bin ja nicht mehr in Sasayama. Aber Midori-san hat mir in Kurzform gezeigt, wie man den Obi richtig bindet. Außerdem hat sie mir (aufgepasst!) 2 Kimono, eine Kimonojacke, einen Unterkimono und einen Obi geschenkt!!!!! Ist das nicht unglaublich? Ich konnte es echt nicht fassen, dass ich das alles gratis bekommen habe! So extrem cool =D Die Sachen sind zwar gebraucht, aber schon alleine dafür muss man normalerweise viel Zahlen. Ich habe jetzt ein Paket mit den ganzen Kimonos nach Hause geschickt, weil die echt schwer sind. Rumtragen könnte ich das alles nie im Leben. Ich muss sagen, dass ich zu diesem Host gegangen bin ist echt die beste Entscheidung, die ich getroffen habe.
Am Tag vor meiner Abreise haben die anderen Wwoofer dann ein Lagerfeuer gemacht. Nur für mich! (Ok, das war gelogen. Es war Bonfire Night und irgendwie ist das in England ein Feiertag oder so. Ich habe es trotzdem als mein Abschiedgeschenk aufgefasst :P) Jedenfalls war das echt ein schöner Abschied. Ich muss sagen, das war echt ein cooler Haufen Leute und ich werde sie wohl auch ein bisschen vermissen. Ich hatte echt seeeehr viel Spaß auf der Farm. Aber naja, heute bin ich dann nach Osaka abgereist. Ich werde in Osaka wohl 3-4 Tage bleiben.
Also, der neue Eintrag wird dann wohl dann um die Zeit kommen.
Liebe Grüße,
Valerie
Sonntag, 1. November 2009
Wwoofen in Sasayama
Hallo!
Ich melde mich mal wieder und zwar aus dem schönen Sasayama, das ca. 50km von Osaka entfernt liegt. Hier bin ich wieder bei einem Wwoof-Host, der aber ganz anders ist, als die Farm, in der ich vorher war. Es ist etwas kompliziert zu erklären, wie hier alles abläuft. Die ersten Tage nach der Ankunft war ich erstmal ziemlich verwirrt. Trotzdem versuche ich es euch mal zu erläutern, was ich hier eigentlich mache.
Also der Host, bei dem ich wohne, besteht eigentlich aus 2 Häusern. In dem Nishimura-Haus wohnt man bei der Nishimura Familie, die aus der Mutter Midori-san und ihrem Sohn Gen besteht (es gibt noch einen zweiten Sohn, der wohnt aber in Tokio). Dann gibt es noch das Tsuji-Haus, bei dem hauptsächlich Wwoofer wohnen, ohne wirkliche Aufsichtsperson. Beim ersteren Haus hat man also eher das Familienleben und beim zweiten Haus das "Partyleben" (aber eigentlich werden dort nicht wirklich Partys gefeiert). Man kann also bei der Ankunft aussuchen, in welchem Haus man wohnen will, vorausgesetzt kein Haus ist schon komplett besetzt. Ich selbst bin bei der Nishimura Familie geblieben, weil es hier eine Heizung und Internet gibt. Im anderen Haus scheint es dauernd kalt zu sein, man muss mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und es gibt überhaupt kein Internet...
Gen hat das sogenannte "Nou En" Projekt gegründet, damit will er gegen die Veralterung (sorry, mit fällt gerade nicht das richtige Wort ein...) des Farmlebens angehen. Er nimmt also Wwoofer in seinen Häusern auf und stellt sie gratis der ganzen Gemeinde in Sasayama zu Verfügung. Die Farms, die dort mitmachen, bekommen also Hilfe von uns Wwoofern bei ihrer Farmarbeit, ohne selbst bei Wwoof Japan angemeldet zu sein. Ich gehe also so gut wie jeden Tag zu einer neuen Farm und helfe dort aus. Meine Arbeit besteht momentan hauptsächlich daraus von den Kuromame (black bean) Pflanzen die Blätter abzuschneiden. Viel anderes habe ich eigentlich in den 2 Wochen, die ich hier war, nicht gemacht. Das liegt daran, dass Sasayama ein berühmter Anbauort für Kuromame ist und ganz Japan beliefert. Außerdem braucht fast jeder Japaner Kuromame für Sylvester Essen.
Wie schon angedeutet sind hier mehrere Wwoofer bei diesem Host. Mit mir im Nishimura Haus leben noch der Amerikaner Taylor, der Engländer Dan und der Deutsche Timo (den ich beim vorherigen Host schon getroffen habe). Im anderen Haus wohnen die Französin Laura, der Engländer Lui, der Amerikaner Lawson, und die Japanerinnen Yoshimi und Yuriko. Die meisten Leute sind hier sehr nett und ziemlich cool drauf. Natürlich gibt es auch Personen, die ich weniger mag, aber im großen und ganzen verstehe ich mich mit allen Leuten sehr gut. Außerdem gehen hier ne Menge anderer Leute ein und aus, von denen ich Größtenteils aber keine Ahnung habe, was sie eigentlich mit der Familie zu tun haben. Ein paar sind ehemalige Schüler der Englischschule, die von der Nishimura Familie gegründet wurde, ein paar sind Lehrer dieser Schule, manche sind vielleicht auch einfach nur Freunde. Jedenfalls ist hier immer etwas los und ich habe hier sehr viel Spaß :D
Ich erlebe hier auch ziemlich tolle Sachen und darf typisch japanische Sachen machen, die woanders wahrscheinlich ein Vermögen kosten würden. Ich war zum Beispiel auf einem traditionellen japanischen Festival (Matsuri). Dort tragen verschiedene Gruppen von Männern so eine Art von Schreinen im Kreis herum, in denen oben Kinder drinnen sitzen und trommeln. Es findet dann ein Wettbewerb statt, wer am längsten und tollsten von den Gruppen die Schreine rumtragen können. Die Männer trinken dabei auch ziemlich viel Bier und weil sie so betrunken sind gibts auch ab und zu kleine Schlägereien (aber nichts ernstes). Ich muss sagen ich war erst ziemlich schockiert, aber solange man da nicht grad mittendrinnen ist, ist es eigentlich lustig zuzusehen. Außerdem wird viel leckeres Essen verkauft^^ 2 von den Wwoofern und Gen haben beim Schreine tragen mitgemacht, das sah schon sehr anstregend aus. Am nächsten Tag hatten auch alle blaue Flecken und Wunde Schultern. Hier sind ein paar Bilder vom Festival:




Ich durfte auch kostenlos an einer Teezeremonie teilnehmen, weil Midori-san selbst welche veranstaltet. Normalerweise kann man für eine Teezeremonie ziemlich viel Geld blechen, aber ich hatte Glück. Yuka-san, eine ehemalige Schülerin der Englischschule hat also im Kimono Tee zubereitet und serviert. Midori-san war die Lehrerin und hat Yuka-san mit ihrem Bewegungen verbessert. Es war ziemlich interessant dabei zuzusehen. Jede Bewegung war wichtig und musste perfekt ausgeführt werden. Auch die Stelle, an der man sitzt oder an der die Tassen usw. plaziert werden war wichtig. Also ingesamt gab es sehr viel zu beachten.
Das Beste was ich jedoch erlebt habe ist jedoch, das ich einen Kimono anprobieren durfte! Ist das nicht cool?! Leider haben mir nicht alle Sachen perfekt gepasst, aber es sah trotzdem gut aus und war auch nicht wirklich unbequem. Aber man musste so viele Sachen anziehen... Hier die Beweisfotos. Ich muss sagen auf manchen Bildern kann man mich sogar für eine Halbjapanerin halten xD




Ich habe noch sooo viele andere Sachen erlebt und eigentlich noch einen Haufen Sachen zu erzählen. Aber ich habe keine Lust mehr weiterzuschreibe, das dauert so lange... Da ich sowieso noch bis zum 6.11. bleibe werde ich aber noch einen zweiten Eintrag schreiben und da kommt dann der Rest rein.
Liebe Grüße,
Valerie
Ich melde mich mal wieder und zwar aus dem schönen Sasayama, das ca. 50km von Osaka entfernt liegt. Hier bin ich wieder bei einem Wwoof-Host, der aber ganz anders ist, als die Farm, in der ich vorher war. Es ist etwas kompliziert zu erklären, wie hier alles abläuft. Die ersten Tage nach der Ankunft war ich erstmal ziemlich verwirrt. Trotzdem versuche ich es euch mal zu erläutern, was ich hier eigentlich mache.
Also der Host, bei dem ich wohne, besteht eigentlich aus 2 Häusern. In dem Nishimura-Haus wohnt man bei der Nishimura Familie, die aus der Mutter Midori-san und ihrem Sohn Gen besteht (es gibt noch einen zweiten Sohn, der wohnt aber in Tokio). Dann gibt es noch das Tsuji-Haus, bei dem hauptsächlich Wwoofer wohnen, ohne wirkliche Aufsichtsperson. Beim ersteren Haus hat man also eher das Familienleben und beim zweiten Haus das "Partyleben" (aber eigentlich werden dort nicht wirklich Partys gefeiert). Man kann also bei der Ankunft aussuchen, in welchem Haus man wohnen will, vorausgesetzt kein Haus ist schon komplett besetzt. Ich selbst bin bei der Nishimura Familie geblieben, weil es hier eine Heizung und Internet gibt. Im anderen Haus scheint es dauernd kalt zu sein, man muss mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und es gibt überhaupt kein Internet...
Gen hat das sogenannte "Nou En" Projekt gegründet, damit will er gegen die Veralterung (sorry, mit fällt gerade nicht das richtige Wort ein...) des Farmlebens angehen. Er nimmt also Wwoofer in seinen Häusern auf und stellt sie gratis der ganzen Gemeinde in Sasayama zu Verfügung. Die Farms, die dort mitmachen, bekommen also Hilfe von uns Wwoofern bei ihrer Farmarbeit, ohne selbst bei Wwoof Japan angemeldet zu sein. Ich gehe also so gut wie jeden Tag zu einer neuen Farm und helfe dort aus. Meine Arbeit besteht momentan hauptsächlich daraus von den Kuromame (black bean) Pflanzen die Blätter abzuschneiden. Viel anderes habe ich eigentlich in den 2 Wochen, die ich hier war, nicht gemacht. Das liegt daran, dass Sasayama ein berühmter Anbauort für Kuromame ist und ganz Japan beliefert. Außerdem braucht fast jeder Japaner Kuromame für Sylvester Essen.
Wie schon angedeutet sind hier mehrere Wwoofer bei diesem Host. Mit mir im Nishimura Haus leben noch der Amerikaner Taylor, der Engländer Dan und der Deutsche Timo (den ich beim vorherigen Host schon getroffen habe). Im anderen Haus wohnen die Französin Laura, der Engländer Lui, der Amerikaner Lawson, und die Japanerinnen Yoshimi und Yuriko. Die meisten Leute sind hier sehr nett und ziemlich cool drauf. Natürlich gibt es auch Personen, die ich weniger mag, aber im großen und ganzen verstehe ich mich mit allen Leuten sehr gut. Außerdem gehen hier ne Menge anderer Leute ein und aus, von denen ich Größtenteils aber keine Ahnung habe, was sie eigentlich mit der Familie zu tun haben. Ein paar sind ehemalige Schüler der Englischschule, die von der Nishimura Familie gegründet wurde, ein paar sind Lehrer dieser Schule, manche sind vielleicht auch einfach nur Freunde. Jedenfalls ist hier immer etwas los und ich habe hier sehr viel Spaß :D
Ich erlebe hier auch ziemlich tolle Sachen und darf typisch japanische Sachen machen, die woanders wahrscheinlich ein Vermögen kosten würden. Ich war zum Beispiel auf einem traditionellen japanischen Festival (Matsuri). Dort tragen verschiedene Gruppen von Männern so eine Art von Schreinen im Kreis herum, in denen oben Kinder drinnen sitzen und trommeln. Es findet dann ein Wettbewerb statt, wer am längsten und tollsten von den Gruppen die Schreine rumtragen können. Die Männer trinken dabei auch ziemlich viel Bier und weil sie so betrunken sind gibts auch ab und zu kleine Schlägereien (aber nichts ernstes). Ich muss sagen ich war erst ziemlich schockiert, aber solange man da nicht grad mittendrinnen ist, ist es eigentlich lustig zuzusehen. Außerdem wird viel leckeres Essen verkauft^^ 2 von den Wwoofern und Gen haben beim Schreine tragen mitgemacht, das sah schon sehr anstregend aus. Am nächsten Tag hatten auch alle blaue Flecken und Wunde Schultern. Hier sind ein paar Bilder vom Festival:
Ich durfte auch kostenlos an einer Teezeremonie teilnehmen, weil Midori-san selbst welche veranstaltet. Normalerweise kann man für eine Teezeremonie ziemlich viel Geld blechen, aber ich hatte Glück. Yuka-san, eine ehemalige Schülerin der Englischschule hat also im Kimono Tee zubereitet und serviert. Midori-san war die Lehrerin und hat Yuka-san mit ihrem Bewegungen verbessert. Es war ziemlich interessant dabei zuzusehen. Jede Bewegung war wichtig und musste perfekt ausgeführt werden. Auch die Stelle, an der man sitzt oder an der die Tassen usw. plaziert werden war wichtig. Also ingesamt gab es sehr viel zu beachten.
Das Beste was ich jedoch erlebt habe ist jedoch, das ich einen Kimono anprobieren durfte! Ist das nicht cool?! Leider haben mir nicht alle Sachen perfekt gepasst, aber es sah trotzdem gut aus und war auch nicht wirklich unbequem. Aber man musste so viele Sachen anziehen... Hier die Beweisfotos. Ich muss sagen auf manchen Bildern kann man mich sogar für eine Halbjapanerin halten xD
Ich habe noch sooo viele andere Sachen erlebt und eigentlich noch einen Haufen Sachen zu erzählen. Aber ich habe keine Lust mehr weiterzuschreibe, das dauert so lange... Da ich sowieso noch bis zum 6.11. bleibe werde ich aber noch einen zweiten Eintrag schreiben und da kommt dann der Rest rein.
Liebe Grüße,
Valerie
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