Ich melde mich mal wieder und zwar aus dem schönen Sasayama, das ca. 50km von Osaka entfernt liegt. Hier bin ich wieder bei einem Wwoof-Host, der aber ganz anders ist, als die Farm, in der ich vorher war. Es ist etwas kompliziert zu erklären, wie hier alles abläuft. Die ersten Tage nach der Ankunft war ich erstmal ziemlich verwirrt. Trotzdem versuche ich es euch mal zu erläutern, was ich hier eigentlich mache.
Also der Host, bei dem ich wohne, besteht eigentlich aus 2 Häusern. In dem Nishimura-Haus wohnt man bei der Nishimura Familie, die aus der Mutter Midori-san und ihrem Sohn Gen besteht (es gibt noch einen zweiten Sohn, der wohnt aber in Tokio). Dann gibt es noch das Tsuji-Haus, bei dem hauptsächlich Wwoofer wohnen, ohne wirkliche Aufsichtsperson. Beim ersteren Haus hat man also eher das Familienleben und beim zweiten Haus das "Partyleben" (aber eigentlich werden dort nicht wirklich Partys gefeiert). Man kann also bei der Ankunft aussuchen, in welchem Haus man wohnen will, vorausgesetzt kein Haus ist schon komplett besetzt. Ich selbst bin bei der Nishimura Familie geblieben, weil es hier eine Heizung und Internet gibt. Im anderen Haus scheint es dauernd kalt zu sein, man muss mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und es gibt überhaupt kein Internet...
Gen hat das sogenannte "Nou En" Projekt gegründet, damit will er gegen die Veralterung (sorry, mit fällt gerade nicht das richtige Wort ein...) des Farmlebens angehen. Er nimmt also Wwoofer in seinen Häusern auf und stellt sie gratis der ganzen Gemeinde in Sasayama zu Verfügung. Die Farms, die dort mitmachen, bekommen also Hilfe von uns Wwoofern bei ihrer Farmarbeit, ohne selbst bei Wwoof Japan angemeldet zu sein. Ich gehe also so gut wie jeden Tag zu einer neuen Farm und helfe dort aus. Meine Arbeit besteht momentan hauptsächlich daraus von den Kuromame (black bean) Pflanzen die Blätter abzuschneiden. Viel anderes habe ich eigentlich in den 2 Wochen, die ich hier war, nicht gemacht. Das liegt daran, dass Sasayama ein berühmter Anbauort für Kuromame ist und ganz Japan beliefert. Außerdem braucht fast jeder Japaner Kuromame für Sylvester Essen.
Wie schon angedeutet sind hier mehrere Wwoofer bei diesem Host. Mit mir im Nishimura Haus leben noch der Amerikaner Taylor, der Engländer Dan und der Deutsche Timo (den ich beim vorherigen Host schon getroffen habe). Im anderen Haus wohnen die Französin Laura, der Engländer Lui, der Amerikaner Lawson, und die Japanerinnen Yoshimi und Yuriko. Die meisten Leute sind hier sehr nett und ziemlich cool drauf. Natürlich gibt es auch Personen, die ich weniger mag, aber im großen und ganzen verstehe ich mich mit allen Leuten sehr gut. Außerdem gehen hier ne Menge anderer Leute ein und aus, von denen ich Größtenteils aber keine Ahnung habe, was sie eigentlich mit der Familie zu tun haben. Ein paar sind ehemalige Schüler der Englischschule, die von der Nishimura Familie gegründet wurde, ein paar sind Lehrer dieser Schule, manche sind vielleicht auch einfach nur Freunde. Jedenfalls ist hier immer etwas los und ich habe hier sehr viel Spaß :D
Ich erlebe hier auch ziemlich tolle Sachen und darf typisch japanische Sachen machen, die woanders wahrscheinlich ein Vermögen kosten würden. Ich war zum Beispiel auf einem traditionellen japanischen Festival (Matsuri). Dort tragen verschiedene Gruppen von Männern so eine Art von Schreinen im Kreis herum, in denen oben Kinder drinnen sitzen und trommeln. Es findet dann ein Wettbewerb statt, wer am längsten und tollsten von den Gruppen die Schreine rumtragen können. Die Männer trinken dabei auch ziemlich viel Bier und weil sie so betrunken sind gibts auch ab und zu kleine Schlägereien (aber nichts ernstes). Ich muss sagen ich war erst ziemlich schockiert, aber solange man da nicht grad mittendrinnen ist, ist es eigentlich lustig zuzusehen. Außerdem wird viel leckeres Essen verkauft^^ 2 von den Wwoofern und Gen haben beim Schreine tragen mitgemacht, das sah schon sehr anstregend aus. Am nächsten Tag hatten auch alle blaue Flecken und Wunde Schultern. Hier sind ein paar Bilder vom Festival:
Ich durfte auch kostenlos an einer Teezeremonie teilnehmen, weil Midori-san selbst welche veranstaltet. Normalerweise kann man für eine Teezeremonie ziemlich viel Geld blechen, aber ich hatte Glück. Yuka-san, eine ehemalige Schülerin der Englischschule hat also im Kimono Tee zubereitet und serviert. Midori-san war die Lehrerin und hat Yuka-san mit ihrem Bewegungen verbessert. Es war ziemlich interessant dabei zuzusehen. Jede Bewegung war wichtig und musste perfekt ausgeführt werden. Auch die Stelle, an der man sitzt oder an der die Tassen usw. plaziert werden war wichtig. Also ingesamt gab es sehr viel zu beachten.
Das Beste was ich jedoch erlebt habe ist jedoch, das ich einen Kimono anprobieren durfte! Ist das nicht cool?! Leider haben mir nicht alle Sachen perfekt gepasst, aber es sah trotzdem gut aus und war auch nicht wirklich unbequem. Aber man musste so viele Sachen anziehen... Hier die Beweisfotos. Ich muss sagen auf manchen Bildern kann man mich sogar für eine Halbjapanerin halten xD
Ich habe noch sooo viele andere Sachen erlebt und eigentlich noch einen Haufen Sachen zu erzählen. Aber ich habe keine Lust mehr weiterzuschreibe, das dauert so lange... Da ich sowieso noch bis zum 6.11. bleibe werde ich aber noch einen zweiten Eintrag schreiben und da kommt dann der Rest rein.
Liebe Grüße,
Valerie

Hey^^
AntwortenLöschenboah, ich finds immer so spannend was du für Sachen erlebst...
ich glaube ja, dieser Timo verfolgt dich XD
Du siehst echt klasse mit dem Kimono aus!!! wie ne richtige japanerin :3
ich freu mich echt für dich, dass du eine originale Teezeromonie miterleben durftest...^^
Ich weiß garnicht was ich sagen soll ^^ Ich wünsch dir auf jeden Fall noch viel Spaß auf dieser Farm, scheinen ja richtig nette Leute da zu sein ^^
Ganz lieb Grüße
Deine Katrin-aus-dem-japanisch-kurs ^^
Ohh hört sich das toll. da hattest du echt glück mal an so einer zeremonie teilzunehmen und soagr einen kimono anprobieren zu dürfen. steht dir ausgezeichnet und du siehst auch schön erholt aus.:-)
AntwortenLöschenalso, wie es scheint fühlst du dich wohl und es geht dir gut
dannk drück ich dich ganz fest!
kussi
Wie schöööön :D Ich hatte schon Angst, dass nach dem Reis nun auch noch du geklaut wurdest und nichts mehr kommen wird, also hab ich mich gerade echt über den neuen Bericht gefreut :D
AntwortenLöschenIch hab jetzt hier auch schon zwei Japaner kennengelernt und beide waren total begeistert als ich erzählt hab, dass du gerade in Japan bist ;)
Schreib weeeeeiter :D:D:D