Montag, 29. März 2010

Kyoto

Bonjour!

Bevor ich zu meinem Reisebericht komme, muss ich erstmal jammern: Ich habe soo viel zugenommen :( Habe mir gerade Bilder vom Anfang meiner Reise angeschaut und mit den aktuellen verglichen und war voll geschockt. Mein Gesicht ist so rund geworden und ich hab nen richtigen Popo bekommen. Ich bin jetzt ein kleines Moppelchen :( Jeder normale Mensch nimmt bei einem Japanbesuch ab, nur ich nehme zu. Aber das Essen ist soo lecker und außerdem arbeite ich, da muss ich doch viel essen und was kann ich dafür wenn bestimmte Leute so gut kochen können? Wääh, das liegt nur daran, dass ich dieses Jahr 20 werde und nicht mehr den Jugend-Bonus hab. Morgen geh ich joggen (wenns nicht grad kalt ist oder ich sehr schwer arbeiten muss oder.... ich gehe wahrscheinlicht sowieso nicht joggen). Wehe ich bekomme nach meiner Rückkehr irgendwelche Kommentare zu hören! Ich wills nicht wissen :P

Nun gut, jetzt komme ich aber zu meiner Zeit, die ich in Kyoto verbracht habe. Leider habe ich irgendwie schon so viel vergessen...
Einen Tag sind Ching und ich jedenfalls mit so einem Zug nach Norden zu verschiedenen Schreinen gefahren. Der Zug sollte eigentlich an schönen Sakurbäumen vorbei fahren, nur leider haben die noch nicht geblüht. Also habe ich nur fast kahle Bäume gesehen... Der Schrein war etwas entfernt vom Bahnhof, also mussten wir 20 Minuten eine Straße hochlaufen durch nette Natur und nem Dorf. Interessantes gibts davon irgendwie nicht zu erzählen, es war halt ein Spaziergang. Bei der nächsten Station war aber ein toller Kirschbaum der schon geblüht hat. Das sah echt super aus. Dann wollten wir zu einem anderen Schrein, der aber Geld gekostet hat, deshalb sind wir nicht rein. Stattdessen haben wir zugesehen, wie ein riesiger Wuschelhund mit Eis gefüttert wurde^^ Rechts übrigens ein Foto mit Ching und mir neben riesen Marderhund (keine Waschbären ;)) Figuren (Marderhunde sind beliebte Tiere in japanischen Fabeln). Abends haben wir dann noch bei einem Fluss in Kyoto "rumgehangen". Durch den Fluss gab es lustigerweise so Steine, zum Teil in Form von Schildkröten, sodass man von einem Ufer zum anderen laufen konnte. Achja, meinen komischen Kleidungsstil auf den Bildern könnt ihr getröst ignorieren. Wenn man auf Reisen ist, hat man nicht so eine große Klamotten- und Schuhauswahl, dass man alles gut kombinieren kann. Und alle Bilder hier sind von Ching geschossen, Credit geht also an sie^^
Einen anderen Tag waren Ching und ich in Osaka im Spa World, einem riesigen Bäderkomplex (angeblich größter der Welt). Dort gibt es verschiedene Themen für die Bäder und die sind aufgeteilt in asiatische und europäische Bäder. Jeden Monat dürfen entweder die Frauen oder die Männer in die asiatischen bzw. europäischen Bäder (Männer und Frauen sind getrennt, weil alle nackt rumlaufen). Normalerweise ist das Spa World teuer (also teuer für meine momentane Situation), aber zum Glück waren irgendwie Special Wochen, also hat der Eintritt nur 1000 Yen (ca. 8€) gekostet. Ching und ich hatten viel Spaß in den Bädern und haben schön relaxt. Ein paar Bäder waren mit lustigen Sachen wie Honey-Milk-Jelly-Duft gefüllt. Es gab auch eine Salzsauna, aber das hat so weh getan an der Haut, das wir nur einen Schritt reingemacht haben und postwendend wieder raus sind. Als wir dann runter zum "Speisesaal" sind wurden wir dazu eingeladen gratis an einer Thai-Carving Stunde teilzunehmen. Dazu haben wir natürlich nicht nein gesagt. Uns wurde beigebracht, wie wir aus Apfelstücken Blätter carven und aus Karotten Blüten. Ich war natürlich ein absolutes Naturtalent und meine Stücke waren allesamt perfekt... not. Naja, das erste Stück ging noch ziemlich in die Hose, aber die späteren konnten sich schon ein bisschen sehen lassen.
Abends sind Ching, ihr Mann Loh und ich in Kyoto zu einem Fest gegangen, dort waren viele Tempel schön beleuchtet und es gab viele Fressstände und Ausstellungen. Wir sind einfach nur ein bisschen rumgewandert und sind dann wieder heimgefahren. Links ein lustiges Bild mit Ching und mir (grün beleuchtet) vor einem beleuchteten Kirschbaum (wir wollten gruselig wirken, was aber eher misslungen ist :P)
Einen anderen Tag sind wir dann in die Kyotoer Innenstand zu einem Schrein gegangen und haben Tauben gefüttert (hey, wir hatten halt nichts besseres zu tun). Dabei sind auch ein paar lustige Fotos entstanden. Eine Taube hat sich auch tatsächlich auf mich gesetzt. Außerdem waren wir noch in einem totaaaaal tollen Stoffladen. Der hatte echt die tollsten Stoffe mit den süßesten Prints. Wenn ich richtig nähen könnte und Geld und Platz hätte, hätte ich mir auf jeden Fall ganz viel Stoff gekauft. Achja, wir waren auch noch in einem Ninja-Restaurant, dort ist alles voller Ninjazeug und schwarz und Leute laufen in Ninjakostümen rum. Das war sehr lustig. Leider war das Restaurant sehr voll, deshalb sind wir nicht dort geblieben, sonst hätten wir ewig warten müssen. Es gab auch einen Ninja-Aussenstand, der schwarze Crêpes vekauft hat (der hatte aber auch eine ewige Schlange).
Wieder ein anderer Tag sind wir zu Lohs Universität gegangen und haben die Tiere gefüttert und fotografiert, die dort "residieren" (Hirsche, Katzen, Pfaue, Hühner, lustige andere Vögel).
Den Rest der Tage in Kyoto habe ich entweder vergessen oder es hat geregnet und wir sind im Haus geblieben (wir haben uns mit "Project Runway" und "So you think you can dance" die Zeit vertrieben).

Momentan bin ich auf einer Gemüsefarm in Osaka Prefecture, Hirakata-shi. Hier machts sehr viel Spaß, aber genaueres gibts beim nächsten Eintrag. Jetzt geh ich erstmal duschen ;)

Liebe Grüße,
Valerie

Montag, 22. März 2010

Nagasaki, Kyoto

Haalllooo =)

Jetzt kommt endlich mal mein Bericht von Nagasaki. Nach der Pferderanch bin ich ja nach Nagasaki gefahren und abends angekommen. Da hieß es erstmal das Hostel zu finden, was sich als schwerer als gedacht herausgestellt hat. Ich bin ungefähr 1km in die falsche Richtung gelaufen und musste dann umkehren. Außerdem war es verdammt warm, womit ich nicht gerechnet habe, und habe dementsprechend geschwitzt. Aber irgendwann habe ich es zum Hostel geschafft und wurde gleich wilkommen geheißen. Die Besitzer und Angestellten waren echt super nett und hatten alle möglichen Informationen über Nagasaki und Umgebung. Das Hostel lag an einem Fluss, über dem lauter wunderschöne Steinbrücken verliefen. Das sah einfach alles total schön romantisch aus *hihi* Ich war sofort begeistert von Nagasaki. Den Rest des Abends bin ich dann die Shoppingstraße entlanggelaufen und habe mich ein bisschen in der Gegend umgeschaut. Unter den vielen Brücken am Fluss war übrigens auch die "berühmte" Megane-bashi (also Brillenbrücke). Rechts könnt ihr ein Foto sehen und mal raten, wieso sie Brillenbrücke heißt ;)
Den nächsten Tag habe ich mich dann aufgemacht um die ersten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Also bin ich erstmal durch das Chinatown gelaufen, was eher langweilig war. Chinatown halt. Und dann auch noch ein sehr japanisiertes Chinatown. Danach bin ich aber in schöneren Gefilden gelandet und zwar in der Holland Slope, eine Straße in der die Ausländer im 19.Jhdt gewohnt habe. Dort waren sehr viele schöne alte Häuser im europäischen Stil. Ich fands soooo toll, es war super Wetter (über 20° =D) und endlich mal Abwechslung zu den ganzen typisch japanischen Sachen. Während ich die Straße langelaufen bin habe ich beschlossen, dass ich irgendwann nach Nagasaki in diese Straße ziehen werde :D
Die Hollander Slope führte dann auch schön zum Glover Garden, eine Art Freilichtmuseum, in dem man eine Reihe von Häusern der westlichen Händler besichtigen kann. Das alles war an einem Hang gebaut, man hatte also einen tollen Ausblick auf Nagasaki. Wenn ich es mir recht überlege will ich lieber dort in der Nähe ein Haus haben *g* In einem Haus stand übrigens ein Schild mit einem tollen Zitat von einem englischen Mädchen, dass von 1864 bis 1868 in Nagasaki gelebt hat: "This, the first part of Japan I saw and where I lived for four years, was certainly a vision of beauty. I cannot think of a more beautiful place". Und das kann ich gleich mal bestätigen. Im Glover Garden konnte man sich auch so historische Kostüme ausleihen. ich hab das nicht gemacht, ich käme mir blöd vor alleine dort rumzurennen, aber dafür haben sich umso mehr Japanerinnen verkleidet. Die waren alle sehr begeistert von dem ganzen Gerüsche^^ Nach dem Glover Garden bin ich dann den Hafen Nagasakis entlanggelaufen. Mir kamen lauter Deutsche Urlauber entgegen, die offenbar alle von einem Kreuzfahrtschiff rausgekrochen kamen. Schließlich bin ich aber zum Dejima gekommen, eine ehemalige künstliche Insel, die im 17.Jhdt. von niederländischen Händlern augeschüttet wurde in der Zeit von Japans Isolation. Holland war damals das einzige Land, dass mit Japan handeln durfte. Da aber niemand Japan betreten durfte wurde diese Insel aufgeschüttet. Mittlerweile ist diese Insel aber keine Insel mehr, sondern von Land umgeben. Man konnte im Nachbau aber einiges interessantes aus Nagasakis Geschichte lernen.
Am nächsten Tag hat es leider geregnet, aber da ich sowieso vor hatte an diesem Tag ins Atombombenmuseum zu gehen, war das nicht so schlimm. Das Museum war eigentlich eine kleinere Version vom A-Bomb Museum in Horshima, also neues habe ich eigentlich nicht erfahren. Trotzdem war es ganz nett dort. Anschließend gings dann zum Peacepark und zum halben Torii Bogen, dessen eine Hälfte durch die Atombombe zestört wurde. Danach gings dann auch wieder zurück ins Hostel, weil Regen doof ist zum Rumlaufen *g*
Den letzten Tag habe ich damit verbracht, alle möglichen wichtigen Tempel und Schreine zu besichtigen. Darunter auch der Tempel, dessen Gebäude die Form einer Schildkröte hat, auf dem die Göttin Kannon steht. Von diesem Tempel aus habe ich mich dann durch kleine Gassen zum nächsten Tempel geschlängelt. Diese Gassen sind alle so toll, weil sie am Hang liegen und alles so friedlich aussieht. Vielleicht sollte ich doch lieber hier mein Haus kaufen :P Im Tal bin ich dann zu den chinesischen Tempeln gegangen. Einer davon hat 300 Yen gekostet und war meiner Meinung nach völlig überteuert. Dort gab es 3 langweilige Gebäude und das wars. Außerdem habe ich zu spät gemerkt, dass man auch links vom Friedhof aus auf das Gelände gekommen wäre, ohne was zu zahlen. Das hat mich wirklich geärgert. Der andere chinesiche Tempel, der auch 300 Yen gekostet hat, war aber schön und sein Geld wert. Als ich die ganzen Tempelbesichtigungen dann abgeschlossen habe, hatte ich noch so viel Zeit, dass ich einen Spaziergang durch einen riesen Friedhof gemacht habe, der auch am Hang gebaut war. Ich bin also immer höher aufgestiegen und war völlig begeistert von diesem Friedhof und der Aussicht. Ganz oben am Berg angekommen gab es dann einen Aussichtspunkt. Dort habe ich ein paar lustige Fotos gemacht und dann bin ich wieder abgestiegen. Ich muss sagen, der Friedhofspaziergang hat mehr Spaß gemacht als der blöde chinesiche 300 Yen Tempel -.-
Am Abend habe ich letztendlich den Nachtbus nach Kyoto genommen (der Bus war auch völlig überteuert, ich hätte gedacht für den Preis würden wenigstens Filme auf der Fahrt laufen. Falsch gedacht, es gab nur normales Fernsehn, wobei nicht mal der Empfang gut war sondern alle Minute abgebrochen ist).
Am nächsten Morgen bin ich dann in Kyoto angekommen und wurde von Ching abgeholt, die mich zu ihrer Wohnung gebracht hat.
Hier bleibe ich bis zum 25.03 und gehe dann wieder arbeiten und zwar in der Nähe von Osaka.
Was ich alles in Kyoto erlebt habe und noch erleben werde, werde ich wieder im nächsten Beitrag zusammenfassen.

Liebe Grüße,
Valerie

Samstag, 13. März 2010

El Patio Ranch, Kumamoto

Heyho!

Ich habe heute gemerkt, dass mein letzter Blogeintrag ja schon wieder 2 Wochen her ist... Deshalb habe ich mich aufgerafft wieder was zu schreiben. Außerdem habe ich in den letzten Einträgen ein paar Sachen vergessen.

In Fukuoka zum Beispiel habe ich ja die Burgruinen angeschaut und im Park drumrum war ein schöner Kirschbaum garten. Dort haben die Kirschbäume schon langsam angefangen zu blühen und ich hab ein paar Fotos gemacht. Ich hatte danach voll die Panik, dass ich nicht rechtzeitig zur Kirschblütenzeit in Kyoto sein werde, was sich aber als völlig grundlos herausgestellt hat. Ich werde wohl zur richtigen Zeit in der Gegend sein =) Hier jedenfalls ein Foto von mir mit den ersten Kirschblüten.

Auf der El Patio Ranch hat der Chef Alec Claudia (die andere deutsche Wwoferin) und mich zum Vulkan hochgefahren. Ich war ja schon vor 2 Monaten da, aber wir konnten nicht richtig hoch, weil der Vulkan zu viele Gase ausgeblasen hat. Diesmal hat es aber geklappt und ich konnte direkt in die Vulkanbrühe reinschauen (die übrigens türkis-grün ist, weshalb auch immer). Es war echt schön da oben, ein klasse Ausblick. Nur der Schwefelgeruch war nicht so angenehm. Links ein Bildm von einer riesen Rauchwolke, das aus einem Loch rauskommt (also der Vulkankrater :P).

Außerdem hat es vor 2 Tagen auf der Ranch geschneit, es war verdammt kalt, aber dafür war alles toll von Schnee bedeckt und die Sonne hat geschienen :D Weil ich an dem Tag einen freien Tag hatte (die Ranch war geschlossen, denn alles war zugeschneit) habe ich gaaanz viele Fotos von den ganzen Border Collies gemacht. Es sah so süß aus, wie sie alle im Schnee gespielt haben. Musste auch sofort wieder an Alisha denken, sie hatte ja immer Spaß daran Schneebälle zu fangen... Der braune Border Collie heißt Ferte, der schwarz weiße Choppa und der schwarz weiß grau gefleckte heißt Faruka. Die sind alle so verdammt lieb. Von den ganzen Mitarbeitern habe ich ehrlich gesagt keine Fotos gemacht, weil ich das irgendwie immer so doof finde Leute zu fragen, ob ich ein Foto machen kann. Mir ist das immer etwas peinlich *hehe* Aber ich hatte ganz viel Spaß mit den Leuten. Sie haben mich immer mit Choppa verglichen, weil ich so jung bin und angeblich immer nur schlafen essen und spielen würde - wie ein Hund also^^ Ich werde sowieso dauernd wegen meines Alters aufgezogen. Als ob das so ein Unterschied wäre, ob ich etzt 19 oder 20 bin. Aber bei den 20-jährigen wird nie was gesagt. Da ist ja auch eine 2 am Anfang und keine 1 mehr.

An einem anderen freien Tag bin ich nach Kumamoto, einer Stadt in der Nähe, gefahren. Dort gibt es eine tolle Burg, die war echt schön, aber leider nicht mehr Original. Ich habe auch noch ein Haus von so nem alten Landlord besucht, das war auch sehr toll. Die Architektur und der Garten waren wunderschön. Dort habe ich auch Fotos von mir gemacht, was gar nicht so leicht war, weil ich immer auf Selbstauslöser stellen musste und dann schnell zur richtigen Position laufen musste. Das war ein Gehetzte *g* Ein Nachteil, wenn man alleine rumreist - man kann nicht so tolle Fotos von einem selber machen. Danach war ich noch in einem Kunstmuseum (das kein Eintritt gekostet hat) und auf den Shoppingstraßen. In Korea habe ich gedacht, dass es da ja viel tollere Sachen zu kaufen gäbe, die ja noch günstiger sind. Wieder zurück in Japan, denke ich, dass es hier ja doch noch viel tollere Sachen gibt, die leider teuer sind. Tja, ich würde sagen in beiden Ländern gibts tolle Sachen zu kaufen. Ich habe mir aber mal wieder nichts gekauft (ich bin echt stolz auf meine Disziplin :P).

Heute bin ich dann mit dem Bus nach Nagasaki gefahren. Ich werde hier wohl 3 Tage bleiben und werde danach wieder nach Kyoto fahren. Dort besuche ich dann Ching, also die malayische Wwoferin, weil sie dort wohnt und mich eingeladen hat. Bis jetzt kann ich sagen, dass Nagasaki eine wunderschöne Stadt ist. Leider habe ich gerade nur ca. 70 yen übrig, also ungefähr 50 cent. Die ganzen Post Offices waren schon zu (um 2 Minuten verpasst -.-) und der Seven Eleven ATM war kaputt, also konnte ich kein Geld abheben. Ich muss morgen also früh los.
Also dann mal wieder gute Nacht von mir.

Liebe Grüße,
Valerie

Montag, 1. März 2010

Zurück in Japan - Fukuoka, Aso-shi

Konbanwa!

Jaah, ich bin wieder zurück in Japan =) Ich war irgendwie total erleichtert, als in meinem Zimmer auf der Fähre nur Japaner waren. Die Sprache klingt einfach wie Musik in meinen Ohren, anders als Koreanisch... *hüstel* Ich mag zwar Korea, aber ich könnte nicht ewig dort bleiben. In Japan kommt mir einfach alles viel freundlicher und höflicher vor im allgmeinen Umgang *haha* Beim Busbahnhof wurde mir zum Beispiel schön dabei geholfen ein Ticket zu ziehen. Die Schalter-Frau kam mit mir zum Autmaten, hat mir gezeigt welchen Knopf ich drücken muss, hat das Ticket für mich aus dem Automaten gezogen und es mir letztendlich sehr höflich mit 2 Händen überreicht. Juhu, endlich wieder guter Service!
Naja gut, jetzt aber zum richtigen Reisebericht.
Auf der Fähre von Busan nach Fukuoka habe ich nämlich 2 Japanerinnen (Sae und Chinami) kennengelernt, die sind beide ungefähr in meinem Alter. Mit denen habe ich dann schön gequatscht (auch wenn sie nicht sooo gut englisch konnten), die Olympischen Winterspiele angeschaut und überhaupt gut die Zeit rumgebracht. Als wir angekommen sind, sind wir dann noch zusammen essen gegangen und sie haben mich zu meiner Bleibe gebracht. Der Weg dahin war ziemlich verwirrend und verwinkelt, das heißt wir sind alle 3 etwas rumgeirrt, dann haben wir es aber doch noch gefunden. Also das war echt nett von ihnen, sie hatten ja selbst Gepäck und haben mich trotzdem bis vor die Tür gebracht. Ich habe übrigens wieder die 2 Tage in Fukuoka couchgesurft, wieder bei nem Ami (Der aber KEIN englischlehrer ist und schon 10 Jahre in Japan lebt UND die Sprache auch sprechen kann ;D). Der ist zufälligerweise Mitglied bei einer celtic music band gewesen (was ja schon ungefähr meinem Musikgeschmack entspricht) und daher konnte ich bei den Bandproben zuhören =) Das war ganz nett.
Den Tag, an dem ich angekommen bin habe ich dann in einem Park in Fukuoka verbracht. Das war das letzte, was noch sehenswert war in Fukuoka, den Rest habe ich ja schon vor 2 Monaten gesehen. Den nächsten Tag habe ich mich daher mit Sae und einer Freundin von ihr (Akiko) getroffen. Wir sind zu der Shopping Mall Canal City gegangen und haben da unseren Tag mit Windowshopping verbracht. Außerdem haben wir noch Purikura Fotos gemacht. Diese Fotoautomaten machen automatisch weiße Haut, riesen Hundebaby Augen und viele dunkle Wimpern. Bei manchen Bildern ist das einfach so übertrieben, das sieht einfach nur noch lächerlich aus. Rechts aber ein (besonders für mich :P) positives Beispiel in blöder Qualität. Ansonsten haben wir noch Hakata Ramen gegessen und sind zu einem Schrein gegangen, in dem es auch diese typischen Horoskop-Zettel gibt, in denen steht ob man kleines, mittleres oder großes Glück hat und was in verschiedenen Bereichen des Lebens passieren wird. Ich hatte mittleres Glück. Beim nächsten Schrein mit Horoskop Zettel hatte ich dagegen großes Glück, juhu! Insgesamt war der Tag ziemlich toll. Die beiden Japanerinnen haben mir quasi zum Abschied noch ein Beutelchen und Stäbchen von Hello Kitty geschenkt. Das war mir etwas unangenehm, weil ich ja nichts für sie hatte und ich hab mich so schuldig gefühlt...
Tja, den nächsten Tag bin ich dann schon wieder abgereist und zwar nach Aso City südlich von Fukuoka. Die Stadt liegt im Vulkan Aso, von dem ich schon bei meinem letzten Wwoof Host erzählt habe. Ich wwoofe jetzt wieder und zwar auf einer Pferderanch auf dem Vulkanrand drauf. Schon auf der Busfahrt dort hin, habe ich die zweite Wwooferin getroffen, die zufälligerweise auch auf der Ranch arbeitet, auch Deutsch ist und auch noch am gleichen Tag angereist ist um die gleiche Uhrzeit (Zufälle gibts...). Abgeholt wurden wir von einem Mitarbeiter der Ranch, Peter ( die geben sich dort alle englische Namen). Der Boss heißt Alec und die anderen Mitarbeiter heißen Gucci, Fanny, Mel und Harris. Außerdem arbeitet dort noch ein Koch (die Ranch führt auch ein Restuarant) und eine Küchenhilfe, deren Namen ich aber schon wieder vergessen habe *chrm*. Auf der Pferderanch gibt es auch noch (achtung Überraschung!) ganz viele Pferde und 4 Hunde. 2 davon sind ausgerechnet Border Collies, was mich natürlich gleich an Alisha erinnert hat... Ich hätte echt fast losheulen können. Andererseits liebe ich diese Hunde mittlerweile, besonders der eine Border Collie sieht aus wie Alisha (heißt aber Choppa und ist dünner und athetlischer als es Alisha war).
Meine Arbeit auf der Ranch besteht darin, den Boden zu fegen, Mist wegzukarren, den Pferden trinken und essen geben, sie abzusatteln, zu bürsten und striegeln und ab und zu auch zu den Kunden zu führen, damit diese aufsteigen können. Es ist schon härtere Arbeit als es auf den Gemüse und Obstfarmen war, aber dafür habe ich auch meistens weniger als 6 Arbeitsstunden pro Tag und darf auch reiten. Leider beschränkt sich das reiten hautpsächlich nur auf im Schritt gehen (nichts mit gallopieren) und einen bestimmten Pfad zu folgen. Richtig frei reiten durch Wiesen und Felder darf ich leider nicht. Naja man kann nicht alles haben. Dafür habe ich ein tolles eigenes Zimmer mit eigener Toilette und es gibt ein schööönes großes Gemeinschaftsbad. Ich bin zu einem richtigen Onsen und Badefan geworden. Leider ist die Ranch aber etwas abgelegen von der Stadt, das heißt es fährt kein Bus und es ist zu weit zum laufen um wegzukommen. Die männlichen Mitarbeiter haben zwar ihr Dormitory unten in der Stadt, dort habe ich auch für ein paar Tage gewohnt, aber ich bin wieder hochgezogen. Das hat mehrere Gründe: Ich muss früher aufstehen, die Toilette ist absolut eklig, es wurde dort anscheinend seit dem Einzug noch nie geputzt und so interessant ist die Stadt auch schon wieder nicht, es gibt nicht wirklich viel dort zu tun. Auf der Plusseite stehen aber Internet im Zimmer und Convenience Stores in der Nähe (Süßigkeiten!!!). Für mich überwiegt aber ein sauberes Klo, ein tolles Bad und länger schlafen :D
Naja soweit zu meinen äußeren Umständen. Sonst kann ich nur sagen, dass die Arbeit hier nicht so langweilig ist, wie auf den Farmen und ich Spaß mit den Leuten habe. Vor 2 Tagen ist auch noch eine dritte Wwooferin aus Malaysia angekommen und wir wurden schon 3 Mal ermahnt nicht zu laut zu lachen, weil das die Gäste stören könnte xD. Außerdem müssen wir in unserer freien Zeit immer schön verschwinden und bloß nicht in Blickweite der Kunden kommen, weil man ja die dreckigen Arbeiter ja nicht sehen soll. Nur wenn die Kunden Fotos mit den Ausländern machen wollen, dürfen wir wieder auftauchen. Welcome to Japan! ;) Nee, aber sonst sind die ganzen Leute auf der Ranch alle sehr nett. Leider habe ich erkannt, dass sich mein Japanisch irgendwie gar nicht verbessert hat und ich krebse noch immer so in den einfachsten Konversationen herum - WENN ich mich mal traue was auf japanisch zu sagen. Und dann sehe ich wieder die anderen Wwoofer die beide schon vieeel weiter sind und werde deprimiert. Ich habe aber immer noch die Hoffnung, das ich ganz plötzlich viel besser japanisch sprechen werde *haha*
Gut, ich mach mal Schluss mit meinem Bericht. Wer weiß was hier noch interessantes die nächsten Wochen passiert. Wenn nichts passiert werde ich zumindest ein paar Fotos zeigen.

Liebe Grüße,
Valerie