Dienstag, 27. April 2010

Nagoya

Heyho!

Ich bins mal wieder aus Tokyo. Endlich schreibe ich jetzt den Nagoya-Bericht. Das ich da war ist ja auch schon wieder länger als eine Woche her...

Das Hostel, in dem ich die Tage übernachtet habe war sehr gut. Es waren zwar nicht viele Gäste da, aber das Personal war sehr freundlich. Außerdem wurde sogar Shampoo und Duschgel in der Dusche bereitgestellt! Die Besitzerin hat mich zum Beispiel einen Tag zu Sushi eingeladen. Leider habe ich schon gegessen und war ziemlich satt, sodass ich das Angebot nicht annehmen konnte =/ Und ich wollte nicht ihr Sushi wegessen ;) Auch am Tag meiner Abreise durfte ich den ganzen Abend im Hostel bleiben und Küche und Internet benutzen, das war auch sehr nett.
Über Nagoya hatte ich übrigens voll die Vorurteile, weil im Reiseführer stand, dass dort Pachinko erfunden wurde (das ist so ein Spiel, das spielen lauter komische Leute). Ich habe mir also vorgstellt, dass überall diese Pachinko-Hallen sind und lauter zwielichtige Leute rumlaufen. So wars letztendlich aber nicht, Nagoya ist eine ganz normale Stadt. Es gibt hier halt nichts großartiges zu sehen, nicht viel historisches und sonst nur Shoppingmeilen.
Den ersten Tag habe ich mich aufgemacht um den absolut langweiligen Nagoya Fernsehturm anzusehen. War halt nichts besonderes... Da in der Nähe war dann noch so ein Park, wo lustige Plastikfische aufgehangen wurden. Aber sonst gabs da auch nichts zu sehen. Ein bisschen weiter war dort dann so eine Shoppingmall, dort gab es ein Ghibli Geschäft und ein Shounen Jump Geschäft, das war ganz cool. Außerdem gabs noch ein lustiges Pokemon Geschäft, das innen ganz cool aufgebaut war, weil es dort einen Raum mit unechten Bäumen gab und die Tür war der Umriss von Pikachu. In einer andere Shoppingmall bin ich dann auf einen Baby the stars shine bright Laden gestoßen. Ich finde das ja faszinierend, dass so eine Lolita Marke in einer ganz normalen Shopping Mall gefunden werden kann. Das ist echt überall so in Japan, Tussiladen ist neben Gothicgeschäft ist neben Lolitageschäft. Ich finds klasse^^
Den nächsten Tag bin ich dann zu einem Schrein gelaufen, der war schön groß, mit viel Park drumrum. Außerdem war dort zufälligerweise gerade eine Hochzeit. Braut und Bräutigam waren schön im Kimono gekleidet, dass war toll. Der Versuch sie unauffällig zu stalken und Bilder zu machen ist aber fehlgeschlagen. Ich wollte ja nicht unhöflich sein, deshalb habe ich es lieber gelassen. Dafür habe ich hier ein Bild mit männlichem und weiblichem Schreinwesen (keine Ahnung wie die Leute heißen, die dort arbeiten). Ich finde die Kleidung voll toll, leider wollen aber die meisten dieser Leute nicht, dass Bilder von ihnen gemacht werden =/ Nach dem Schreinbesuch bin ich wieder zur Shoppingarkade gegangen und habe mich ein bisschen nach tollen Klamotten umgeschaut (und nichts wirklich gefunden). Ich habe aber einen tollen Secondhandlolita Laden gefunden, in dem viele Klamotten so um die 100€ günstiger waren! Und dabei waren die Klamotten aber echt noch im tollen Zustand, also ich habe nirgends Flecken oder so entdeckt. Wäre ich eine Lolita, hätte ich dort bestimmt Großeinkauf betrieben.
Am nächsten Tag bin ich dann zur Nagoya Burg gegangen. Die sieht halt so aus, wie alle anderen Burgen *haha* Aber auf dem Vorplatz waren ganz viele kleine verkleidete Kinder, das war soooo süß. Ich weiß aber nicht wirlich, was die gemacht haben. Im Burggelände war dann auch noch so eine riesen Prozession, keine Ahnung wozu das gut war. Wenn ich darüber nachdenke, dann haben bestimmt die Kinder dazugehört. An der Spitze war eine extrem hübsche Frau im Kimono und drumherum Soldaten in Samurairüstung (?) und noch alles mögliche andere an Volk.
Nach der Burg war ich mal wieder in der Shoppingmall Area, weil ich endlich mal Baskin Robbins Eis probieren wollte. Hat übrigens echt gut geschmeckt, kein Wunder, dass es in Japan so beliebt ist. Auf dem Weg dorthin war ich aber an so einem Platz mit Brunnen und dafür waren mal wieder so lustige RocknRoll Typen, die getanzt haben, wie im Yoyogi Park in Tokyo. Das war herrlich denen zuzusehen xD Hier ein grandioses Bild.
Meinen letzten Tag habe ich schließlich damit verbracht, mich auf die Suche nach allen möglichen Lolitaläden zu machen. Ich habe schon im vorraus gegoogelt, wo sich denn die Geschäfte so befinden und eigentlich waren die wichtigsten in einer Shoppingmall versammelt. Ich habe mir auch dort allerhand angeschaut. Fotos sind übrigens verboten ;) Ich kann aber mittlerweile sagen, dass meine Lieblingsmarke Alice and the Pirates ist. Da gibts ja sooo tolle Klamotten *sabber* Aber es ist echt alles so übelst teuer, da lasse ich mich lieber nur inspirieren und versuche dann selbst zu nähen (haha). Ein anderer toller Laden war Ozzcroce. Von dem habe ich noch nie zuvor gehört, aber ich war sofort begeistert. Die hatten echt die tollsten Schuhe, die man sich nur vorstellen kann. Die waren echt so unglaublich genial... Aber sie hatten natürlich auch einen stolzen Preis :( Ich werde denke ich nochmal in Tokyo diesen Laden aufsuchen und dann entscheiden, ob ich wirklich so viel zahlen will für ein paar Schuhe.
So, für mich gehts übrigens morgen ins Ghibli Museum. Ich freu mich schon total :D

Liebe Grüße,
Valerie

Dienstag, 20. April 2010

Ise-shima

Konbanwa!

Mal ein etwas schnelleres Update als in letzter Zeit. Jetzt kommt mein Bericht über meine Reise auf die Ise Halbinsel im Osten von Osaka/Kyoto/Nara.
Nach der Farm in Osaka habe ich also beschlossen auf die Ise Halbinsel zu fahren, weil dort der wichtigste Shinto Schrein Japan steht. Weil es dort nur Hotels und keine Hostels gibt, habe ich mal wieder bei jemanden couchgesurft. Die Zugfahrt zu Ise war schonmal sehr "vielversprechend", denn das Wetter sah sehr untergangsmäßig aus, es war neblig und dunkel. Einziger Lichtblick auf der Fahrt war der hübscheste Junge, den ich je gesehen habe. Der war schöner als einige Mädchen, mich eingeschlossen :P Und er war nicht einer von den richtig aufgetakelten Männern, die länger im Bad brauchen als ich (naja ok, er hatte die Haare etwas gebleicht, aber er hatte einen Jogginganzug an).
Als ich in Ise angekommen bin sah das Wetter aber schon etwas besser aus und tatsächlich hat es auch nicht gewittert. Als ich aus dem Bahnhof raus bin dachte ich erstmal ich wäre am Ende der Welt, denn es gab GAR NICHTS. Ise ist echt ein sehr kleines Städtchen, das hatte ich nicht erwartet. Und dann musste ich auch noch eine halbe Stunde warten, weil Conrad (der couchsurfhost) erst dann von der Arbeit kam. Letztendlich hat er es aber auch noch zum Bahnhof geschafft und wir sind zu seiner Wohnung gelaufen, die recht weit weg war. Dafür hatte ich ein eigenes Zimmer, juhu! Später am Abend haben wir dann noch einen anderen Couchsurfer abgeholt, ein Holländer, der aber anscheinend schon seit Ewigkeiten reist, nach dem wo er schon überall war. Weil wir alle sehr hungrig waren, hat uns Conrad was schönes gekocht: Kimchipfanne mit Reis. Es war scharf und lecker!
Am nächsten Tag sind der Holländer (sorry, ich hab gerade seinen Namen vergessen *hehe*) und ich zum berühmten Ise Schrein gelaufen (Conrad musste arbeiten). Der Schrein ist irgendwie in 2 Schreine aufgeteilt, dem inneren und dem äußeren Schrein, die ungefähr 4km voneinander entfernt sind. Einer davon war in der Nähe vom Bahnhof, also sind wir natürlich erst dorthin gelaufen. Die Schreingebäude selbst waren nicht so spannend, manche sahen aus wie Gartenhütten nur mit goldenen Balken oben dran. Die Gebäude, die man sehen durfte waren aber anscheinend nur Replika und die echten waren hinter einem Zaun versteckt. Die darf der normale Bürger nicht ansehen. Deshalb wurde einfach vor dem Zaun gebetet. Der Park war aber sehr schön, es gab tolle große Bäume und es war irgendwie eine echt friedliche, ruhige Atmosphäre. Eine lustige Sache gabs aber noch und zwar werden in Japan überall Münzen hingelegt und hingeschmissen, was heilig ist. Das wurde auch bei einem Stein gemacht, der offensichtlich so aussieht wie Buddha (also das war meine Interpretation, keine Ahnung ob es stimmt). Ich habe zwar auch ein Bild davon, aber da kann man nicht wirklich was drauf erkennen. Jedenfalls haben der Holländer und ich dann beschlossen selbst so einen heiligen Stein zu erfinden und haben auf einem völlig willkürlichen Stein Münzen gelegt und uns drum gestellt und fotografiert. Tatsächlich kamen dann Japaner an, die wissen wollten, was da los ist und ob es wieder so ein Buddhastein ist. Experiment also erfolgreich abgeschlossen *haha*
Danach haben wir uns zum anderen entfernten Schrein aufgemacht (wir sind 4km hin und zurück gelaufen!). Bevor wir aber den Schrein gefunden haben, sind wir auf einer schönen Shoppingstraße gelandet, die im alten Stil gehalten war (also mit Holzhäusern und so). Ein verrückter Laden war voller dieser winkender Katzen - ich habe mich etwas bedroht gefühlt. Aber dafür saßen auf manchen Hausdächern süße Affenfiguren, das war toll (noch toller wären echte Affen gewesen).
Der Schrein selbst war dann mal wieder eher unspekatkulär. Eigentlich sah er genauso aus wie der erste, also mal wieder nur Replika die man sehen konnte und die wichtigen Gebäude hinter einem großen Zaun. Der ganze Park war aber mal wieder sehr schön, genauso wie die riesigen Bäume. Das war aber auch alles an Sightseeing für diesen Tag. Abends hat Conrad uns dann erst in ein Ramenrestaurant geschleppt und hinterher zu der Brauerei in der Nähe seines Hauses. Dort kann man ganz viele verschiedene Biere ausprobieren. Darunter war auch ein Schokoladen-Bier, das aber eher bescheiden geschmeckt hat. Der Rest war aber ziemlich gut.
Am nächsten Tag sind der Holländer und ich dann zu den ach so tollen verheirateten Steinen in Futami gefahren. Das sind 2 Felsbrocken im Meer, die mit einem Seil verbunden sind und Frau und Mann darstellen sollen. Angekommen, waren wir beide sehr enttäuscht, denn die Felsbrocken sind gar nicht im Meer geschwommen (wahrscheinlich nur wenn Flut ist oder so) und waren insgesamt ziemlich langweilig. Und dort waren ein paar Männer die an dem Seil da rumgezuppelt haben. Das war wohl irgendwie eine Zeremonie, die offensichtlich vor 20 Jahren total beliebt war, denn auf einem Plakat wurden Menschenmassen gezeigt, die diesen Männer beim Seil-Rumzuppeln zugeschaut haben. Aber mittlerweile ist dort echt gar nichts mehr los. Überhaupt war in dem ganzen Dorf Futami gar nichts los, es war echt wie eine Geisterstadt. Der Bürgermeister der Stadt war offensichtlich eine Katze, denn die war fast das einzige Lebewesen, das wir erblickt haben. Der Mensch im Tourist Information Center war auch sehr hilfreich und hat uns mit ganz vielen Informationen versorgt... nicht. Ein Affe wäre hilfreicher oder zumindestens unterhaltender als dieser Mensch (und nicht englisch können zählt nicht, er hätte wenigstens versuchen können mit uns japanisch zu reden). Enttäuscht gings also wieder zurück nach Ise und für mich ein paar Stunden später nach Nagoya.

Von Nagoya erzähle ich aber im nächsten Bericht. Ich glaube selbst wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, muss ich weiter hier im Blog schreiben, weil ich so viel nachzuholen habe *haha*
Momentan bin ich wieder in Tokyo und ich bin irgendwie etwas schlecht drauf. Erstmal hatte ich dank Nachtbus nicht wirklich viel Schlaf, dann war das ganze Hostel auch noch voller Leute (und ich hasse Menschenmassen, wenn ich müde bin) und ich konnte erst um 3 Uhr in mein Zimmer rein. Außerdem mag ich mein selbst gekochtes Essen nicht. Es ist nicht schlecht, also man kanns essen, aber ich habe die Nase voll davon *jammer* Ich muss unbedingt richtig kochen lernen!
Naja gut, der Countdown läuft, nur noch 2 Wochen ;)

Liebe Grüße,
Valerie

Freitag, 16. April 2010

Kyoto, Osaka, Hirakata

Hey!

10 Tage sind rum und ich denke ich sollte mal wieder was hier schreiben. Es sind so viele Sachen passiert, die ich noch alle erzählen will^^
Erstmal schreibe ich von meinen Off-Days während meiner Arbeit und was ich da erlebt habe. Den ersten Off-Day habe ich in Kyoto verbracht, weil ich ja wie gesagt die Kirschblüten fotografieren wollte. Dort habe ich mich mit einer Freundin (Svenja) getroffen, die ich daaamals am Anfang meiner Reise in Tokyo kennengelernt habe. Wir haben eigentlich vorher keinen Tag zusammen verbracht, sondern halt nur in Tokyo im Hostel gequatscht. Ich glaube am nächsten Tag, an dem wir uns kennengelernt haben, bin ich sogar abgereist. Aber naja, jedenfalls hatten wir uns damals auf Facebook geaddet und dadurch unsere Wege durch Japan etwas verfolgt. Nach Tokyo haben wir uns zufällig nochmal in Nagasaki getroffen, aber ich bin am selben Abend noch abgereist, also haben wir da auch nur kurz geredet. Durch Facebook habe ich dann aber erfahren, dass sie gerade in Osaka ist und daher haben wir uns dann in Kyoto verabredet (Osaka und Kyoto liegen nah beieinander). Svenja kommt übrigens auch aus Deutschland und ist zufälligerweise aus Frankfurt.
Wir waren an einem Samstag in Kyoto und es war daher totaaaaal überfüllt. Alle Busse waren voller Touristen und es hat ewig gedauert von einem Punkt zum nächsten zu gelangen. Großes Gruppenkuscheln war also angesagt. Wir sind zu dem Silbernen Pavillon hochgefahren, weil ab dort der Philosophenweg anfängt, der von ganz vielen Kirschbäumen gesäumt ist. Dort haben wir dann ne Menge Fotos gemacht. Ich habe jetzt sehr viele Kirschblütenfotos, die aber alle irgendwie gleich aussehen *haha* Ich weiß auch gar nicht welche ich euch zeigen soll, deshalb gibts hier jetzt einfach eine willkürliche Auswahl (draufklicken macht das Bild größer). Nach dem Philosophenweg waren wir dann in der Shoppingstreet Kyotos und haben uns eine Waffel gegönnt. Von dort aus sind wir in die Richtung vom Park des Imperial Palaces gegangen. Auf dem Weg war aber irgendwie eine Aufführung von ganz vielen Schulgruppen, die getanzt haben, was recht lustig war. Besonders die 6.Klässler waren ja sooo süß. Die ganzen Schüler hatten so tolle asiatische Kostüme an und es lief passende Musik. Ein Video kann ich aber leider nicht einbinden, das hcohladen dauert zu lange.

Im Imperial Palace Park haben wir dann aber nur auf einer Bank rumgegammelt, weil es leider kaum Kirschbäume dort gab. Schließlich haben wir uns aber wieder aufgerafft und sind zum traditionellen Gion Viertel gefahren. Dort haben wir leider keine Geishas gesehen, dafür waren wir aber wieder bei diesem Tempel Lichterfest, von dem ich schon bei meinem letzten Kyotobesuch erzählt habe. Dort waren sehr viele Leute und einige haben ein Lager unter den Kirschbäumen aufgeschlagen um dort Hanami zu veranstalten (also Bier zu trinken und die Kirschblüten zu betrachten). Svenja und ich wurden da auch fast von einem betrunkenen Japaner angerempelt, letztendlich haben wir es aber doch sicher und unversehrt zurück zum Bahnhof geschafft. Dort trennten sich unsere Wege, aber nicht für lange Zeit.

An meinem nächstem Off-Day habe ich mich nämlich entschieden nach Osaka zu gehen und daher haben Svenja und ich uns nochmal verabredet. Mein Ziel war es hauptsächlich shoppen zu gehen. Letztendlich hatte Svenja aber mehr gekauft als ich *haha* Ich bin einfach eine verdammt unschlüssige Person und kann mich nie entscheiden, ob ich etwas kaufen soll oder nicht... Beim shoppen gehen haben wir gemerkt, dass wir ziemlich viel gemeinsam hatten, wir haben beide früher Ballett gemacht, wir gehen beide gerne zu Mittelaltermärkten, wir sind natürlich Japan-Freaks, wir finden die japanische Gothic Lolita Mode toll, etc. Außerdem haben wir beim einkaufen auch dauernd zu den gleichen Kamotten gegriffen *haha* Im Bodylineshop wurden wir dann beide fündig, Svenja hat sich Schuhe und eine French Maid Schürze gekauft und ich habe mir schwarze Bloomers geholt. Andere Sachen, die wir entstanden haben waren zum Beispiel ganz süße Socken mit Tiergesichtern vorne an den Zehen und zwar für nur 100 Yen pro Paar (yay). Da shoppen ja bekanntlich sehr hungrig macht, haben wir uns Okonomiyaki und nen Starbuckskaffee gegönnt(und ich zusätzlich noch einen McFlurry *hust*). Für das shoppen haben wir tatsächlich einen ganzen Tag gebraucht, daher bin ich anschließend wieder zurück zur Farm gefahren. Svenja und ich haben aber schonmal ausgemacht, dass wir uns in Frankfurt mal treffen werden ;)

Und nun wieder zu den Erlebnissen in der Farm. Ich muss mal wieder weiter meckern (aber nicht dass das alles falsch ankommt, insgesamt fand ich es nämlich auf der Farm recht gut). Und zwar habe ich ja schon gesagt, dass Kamitake-san sehr viele Fotos macht. Das ging mir aber nach ner Weile so auf den Wecker, weil er echt immer Fotos gemacht hat, während der Arbeit, während dem Essen (und das finde ich besonders schrecklich) und wenn ich mich mal einfach nur ausgeruht habe. Wisst ihr wie blöd das ist, wenn man sich mal irgendwo hinsetzt um sich auszuruhen und dann kommt jemand an, der 15 Minuten Fotos von einem macht. Da kann man sich doch nicht entspannen. Wenn es nur 1-2 Fotos wären, wärs ja ok, aber nicht für eine längere Zeit. Kamitake-san hat uns jeden Abend die Fotos vom Tag gegeben und wenn ich jetzt über die ganzen Fotos schaue fühle ich mich echt gestalkt. Irgendwie wurde so gut wie jede Minute meines Lebens auf der Farm festgehalten, echt gruselig. Witzig finde ich das echt nicht mehr. Hätte mich nicht gewundert, wenn er irgendwann mal vor der Toilette aufgetaucht wäre... Vor allem hat er halt hauptsächlich nur Fotos von mir gemacht und er fand mich ja so kawaii und so weiter. Das hat echt übelst genervt. Aber gut, jetzt bin ich ja weg von da. Ich möchte aber ehrlich gesagt nicht wissen, was er so mit meinen Fotos anstellt oÔ
Bei meinem Abschied wurde ich dann aber von vielen Leuten positiv überrascht. Ich dachte ja die meisten richtigen Farmarbeiter dort würden mich nicht mögen, weil ich einfach nur blöd rumstehe, wenn ich auf einer Arbeit keine Lust habe (im tiefsten Matsch rumschaufeln und so), aber anscheinend war dem nicht der Fall. An meinem letzten Tag habe ich gleich 2 Abschiedsgeschenke bekommen. Einmal von einem älteren Wwoofer (über 60), der immer nur tageweise mal ausgeholfen hat. Er hat mir Bilder vom Ise-Schrein geschenkt, weil ich erzählt habe, dass ich dort als nächstes hinfahren will. Das andere Geschenk war von einem Farmarbeiter (Ishii-san), der mir ein typisches japanisches Kinderspielzeug aus Bambus geschenkt hat. Die beiden Geschenke fand ich ech toll, die haben gleich meine Laune gesteigert =)

Nach der Farm bin ich dann tatsächlich zum Ise-Schrein nach Ise-shi gereist. Da bin ich aber schon wieder weg von, der Bericht wir also mal wieder nachgereicht.
Momentan bin ich in Nagoya und werde hier ca. 4 Tage bleiben. Anschließend möchte ich gerne nach Matsumoto und Nagano, aber leider antwortet mir niemand auf couchsurfing und Hostels gibt es in den Städten nicht wirklich (ich will eigentlich auch nicht mehr so viel Geld für Hostels ausgeben, sonst wirds wieder knapp). Das heißt entweder ich geh doch noch mal wwoofen, weil es offenbar viele Hosts dort in der Gegend gibt, oder ich kehre sofort nach Tokyo zurück und gammel dann dort für 2 Wochen rum. Für einen Trip weiter in den Norden habe ich leider nicht genug Zeit und Geld, ich hätte gerne noch Hokkaido gesehen. Aber das spare ich mir dann halt für meinen nächsten Japantrip auf^^ Meine Reise geht ja nun rasant dem Ende zu, genau wie dieser Bericht xD Also dann, machts gut ihr Lieben, bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüße,
Valerie

Dienstag, 6. April 2010

Hirakata-shi (Wwoof Host Nr.5)

Hallo!

Endlich schreibe ich mal was über meine momentane Arbeit. Ich bin gerade wieder auf einer Gemüsefarm und zwar in einer Stadt in der Nähe von Osaka und Kyoto.
Kamitake-san und seine Frau nehmen hier Wwoofer auf, jedoch haben wir alle ein eigenes Zimmer und eine Gemeinschaftsküche nur für die Arbeiter. Also mit den eigentlichen Besitzern haben wir außerhalb der Arbeit nicht so viel zu tun. Außer mir sind momentan noch 3 andere Wwoofer hier.
Die Woche, als ich angekommen bin, waren wir auch zu viert, jedoch sind 2 Wwoofer gegangen und 2 anderen gekommen. Ein französischer Wwoofer (Mikael) ist Langzeitgast und ist schon seit September letzten Jahres hier. Die anderen Wwoofer von letzter Woche waren eine Frau aus Thailand (Kasana) und eine andere Frau aus Hong Kong (Mavis). Mit denen beiden hatte ich sehr viel Spaß [obwohl sie um einiges älter waren als ich(aber nicht so aussahen)], aber leider mussten sie schon so früh gehen. Jetzt sind ein Hong Kong Junge (Tom) und ein belgischer Junge (Greg) hier. Hierbei muss ich mal anmerken, dass anscheinend alle Leute aus Hong Kong gut kochen können und es auch gerne machen^^ Oder genau diese Personen kommen alle zu dieser Farm, denn sowohl Mavis als auch Tom sind hier quasi als Küchenchef engagiert (gewesen). Und beide sind auch schön fleißig, das heißt sie waschen auch mal Geschirr oder trocknen es ab. Die anderen 2 Herren sind da eher faule Socken. Besonders der belgische Junge zerrt echt stark an meinen Nerven, denn er tut nichts, aber auch gar nichts. Er ist die ganze Zeit nur am essen, krümelt dabei alles voll und lässt leere Packungen rumliegen, aber wäscht nicht sein Geschirr ab, geschweige denn jemand anderes Geschirr. Und wenn er es doch tut, dann benutzt er nur seine Hände und Wasser zum waschen. Hat offensichtlich noch nie was von Schwamm und Spülmittel gehört. Außerdem schmatzt er unglaublich laut beim Essen, das ist einfach nur eklig. Und sein Gesicht hängt immer 2 Zentimeter überm Teller, sodass er sich schön alles Essen reinschaufeln kann. Wenn ich das sehe werde ich echt aggressiv, hat er noch nie etwas von Tischmanieren gehört? Schmatzen beim Essen ist übrigens keine japanische Sitte, sondern chinesiche. Daher macht es mir nichts aus, dass der Junge aus Hong Kong etwas schmatzt, weil ihm kann ich ja schlecht etwas verbieten, was in seinem Land als Kompliment gilt. In Belgien heißt schmatzen aber so weit ich weiß nicht "Es schmeckt sehr gut". Außerdem ist Tom fleißig und kocht für uns alle, das heißt er darf alles *g*. Aber Greg macht mich echt sooo aggressiv, er kommt echt nicht auf die Idee mal im Haushalt zu helfen -.- Zum Glück bleibt er hier nur noch 2 Tage. Ich fühl mich echt zum Teil wie eine Mutter in seiner Gegenwart...
Naja, zu anderen Dingen... Arbeit....
Ich muss hier ganz viel verschiedene Dinge machen, von Unkraut jäten, über Felder umgraben bis zu Holz schleppen. Also es kann hier schon recht anstrengend werden. Aber wenn ich mal auf eine Arbeit gar keine Lust hab (z.B. wie Holzstämme durch Matsch zu schleppen), dann mache ich schon viele Pausen oder arbeite gaaanz langsam. Das nehme ich mir einfach raus, ich mach das hier ja alles freiwillig :P Kamitake-san macht übrigens auch immer Pausen um Fotos von uns Wwofern zu machen. Dank ihm habe ich jetzt gaaanz viele Fotos von mir beim Arbeiten. Damit habe ich auch ein Beweis, das ich tatsächlich was tue *g* Außerden Wwoofern gibt es hier übrigens auch noch 3 andere normale Arbeiter: Ishii-san, Minami-san und Teipei-san (oder so :P). Rechts ein Bild von unserer Truppe (einige Leute fehlen). Von links nach rechts: Mavis, Ich, Mikael, Teipei-san, Minami-san, Ishii-san.
Einen Tag haben wir alle eine Hanami-Party veranstaltet. Wir haben also gaaanz viel Essen gekocht und uns dann in einen Park gesetzt, indem wir die Kirschblüten beobachten konnten. Mavisa, Kasana und ich haben das Essen vorbereitet, es gab Onigiri, Maki Sushi, Gyouza, Daikon und Sweet Red Bean Soup. Kamitake-sans Frau hat sogar noch Fried Chicken gemacht und eine andere ältere nette Frau (Sachiko) hat selbst gebackene Madeleines mitgebracht. Wir hatten also ein richtiges Festmahl. Der Rest der Leute musste übrigens normal weiterarbeiten bis Mittag. Zu Trinken gabs Umeshu, Mangosteen Wein, Sake, Bier und Orangensaft. Leider habe ich noch nicht die Fotos von der Party bekommen, deshalb kann ich euch nicht zeigen, wie das alles aussah.
Ich habe aber selbst schon gaanz viele Fotos von den Kirschblüten gemacht (unter anderem auch in Kyoto). Weil es hier aber schon so spät ist und ich wirklich müde bin und ins Bett will, gibt es nur einen kleinen Vorgeschmack. Der Rest kommt ein ander Mal.
Oyasumi nasai!

Liebe Grüße,
Valerie