Dienstag, 20. April 2010

Ise-shima

Konbanwa!

Mal ein etwas schnelleres Update als in letzter Zeit. Jetzt kommt mein Bericht über meine Reise auf die Ise Halbinsel im Osten von Osaka/Kyoto/Nara.
Nach der Farm in Osaka habe ich also beschlossen auf die Ise Halbinsel zu fahren, weil dort der wichtigste Shinto Schrein Japan steht. Weil es dort nur Hotels und keine Hostels gibt, habe ich mal wieder bei jemanden couchgesurft. Die Zugfahrt zu Ise war schonmal sehr "vielversprechend", denn das Wetter sah sehr untergangsmäßig aus, es war neblig und dunkel. Einziger Lichtblick auf der Fahrt war der hübscheste Junge, den ich je gesehen habe. Der war schöner als einige Mädchen, mich eingeschlossen :P Und er war nicht einer von den richtig aufgetakelten Männern, die länger im Bad brauchen als ich (naja ok, er hatte die Haare etwas gebleicht, aber er hatte einen Jogginganzug an).
Als ich in Ise angekommen bin sah das Wetter aber schon etwas besser aus und tatsächlich hat es auch nicht gewittert. Als ich aus dem Bahnhof raus bin dachte ich erstmal ich wäre am Ende der Welt, denn es gab GAR NICHTS. Ise ist echt ein sehr kleines Städtchen, das hatte ich nicht erwartet. Und dann musste ich auch noch eine halbe Stunde warten, weil Conrad (der couchsurfhost) erst dann von der Arbeit kam. Letztendlich hat er es aber auch noch zum Bahnhof geschafft und wir sind zu seiner Wohnung gelaufen, die recht weit weg war. Dafür hatte ich ein eigenes Zimmer, juhu! Später am Abend haben wir dann noch einen anderen Couchsurfer abgeholt, ein Holländer, der aber anscheinend schon seit Ewigkeiten reist, nach dem wo er schon überall war. Weil wir alle sehr hungrig waren, hat uns Conrad was schönes gekocht: Kimchipfanne mit Reis. Es war scharf und lecker!
Am nächsten Tag sind der Holländer (sorry, ich hab gerade seinen Namen vergessen *hehe*) und ich zum berühmten Ise Schrein gelaufen (Conrad musste arbeiten). Der Schrein ist irgendwie in 2 Schreine aufgeteilt, dem inneren und dem äußeren Schrein, die ungefähr 4km voneinander entfernt sind. Einer davon war in der Nähe vom Bahnhof, also sind wir natürlich erst dorthin gelaufen. Die Schreingebäude selbst waren nicht so spannend, manche sahen aus wie Gartenhütten nur mit goldenen Balken oben dran. Die Gebäude, die man sehen durfte waren aber anscheinend nur Replika und die echten waren hinter einem Zaun versteckt. Die darf der normale Bürger nicht ansehen. Deshalb wurde einfach vor dem Zaun gebetet. Der Park war aber sehr schön, es gab tolle große Bäume und es war irgendwie eine echt friedliche, ruhige Atmosphäre. Eine lustige Sache gabs aber noch und zwar werden in Japan überall Münzen hingelegt und hingeschmissen, was heilig ist. Das wurde auch bei einem Stein gemacht, der offensichtlich so aussieht wie Buddha (also das war meine Interpretation, keine Ahnung ob es stimmt). Ich habe zwar auch ein Bild davon, aber da kann man nicht wirklich was drauf erkennen. Jedenfalls haben der Holländer und ich dann beschlossen selbst so einen heiligen Stein zu erfinden und haben auf einem völlig willkürlichen Stein Münzen gelegt und uns drum gestellt und fotografiert. Tatsächlich kamen dann Japaner an, die wissen wollten, was da los ist und ob es wieder so ein Buddhastein ist. Experiment also erfolgreich abgeschlossen *haha*
Danach haben wir uns zum anderen entfernten Schrein aufgemacht (wir sind 4km hin und zurück gelaufen!). Bevor wir aber den Schrein gefunden haben, sind wir auf einer schönen Shoppingstraße gelandet, die im alten Stil gehalten war (also mit Holzhäusern und so). Ein verrückter Laden war voller dieser winkender Katzen - ich habe mich etwas bedroht gefühlt. Aber dafür saßen auf manchen Hausdächern süße Affenfiguren, das war toll (noch toller wären echte Affen gewesen).
Der Schrein selbst war dann mal wieder eher unspekatkulär. Eigentlich sah er genauso aus wie der erste, also mal wieder nur Replika die man sehen konnte und die wichtigen Gebäude hinter einem großen Zaun. Der ganze Park war aber mal wieder sehr schön, genauso wie die riesigen Bäume. Das war aber auch alles an Sightseeing für diesen Tag. Abends hat Conrad uns dann erst in ein Ramenrestaurant geschleppt und hinterher zu der Brauerei in der Nähe seines Hauses. Dort kann man ganz viele verschiedene Biere ausprobieren. Darunter war auch ein Schokoladen-Bier, das aber eher bescheiden geschmeckt hat. Der Rest war aber ziemlich gut.
Am nächsten Tag sind der Holländer und ich dann zu den ach so tollen verheirateten Steinen in Futami gefahren. Das sind 2 Felsbrocken im Meer, die mit einem Seil verbunden sind und Frau und Mann darstellen sollen. Angekommen, waren wir beide sehr enttäuscht, denn die Felsbrocken sind gar nicht im Meer geschwommen (wahrscheinlich nur wenn Flut ist oder so) und waren insgesamt ziemlich langweilig. Und dort waren ein paar Männer die an dem Seil da rumgezuppelt haben. Das war wohl irgendwie eine Zeremonie, die offensichtlich vor 20 Jahren total beliebt war, denn auf einem Plakat wurden Menschenmassen gezeigt, die diesen Männer beim Seil-Rumzuppeln zugeschaut haben. Aber mittlerweile ist dort echt gar nichts mehr los. Überhaupt war in dem ganzen Dorf Futami gar nichts los, es war echt wie eine Geisterstadt. Der Bürgermeister der Stadt war offensichtlich eine Katze, denn die war fast das einzige Lebewesen, das wir erblickt haben. Der Mensch im Tourist Information Center war auch sehr hilfreich und hat uns mit ganz vielen Informationen versorgt... nicht. Ein Affe wäre hilfreicher oder zumindestens unterhaltender als dieser Mensch (und nicht englisch können zählt nicht, er hätte wenigstens versuchen können mit uns japanisch zu reden). Enttäuscht gings also wieder zurück nach Ise und für mich ein paar Stunden später nach Nagoya.

Von Nagoya erzähle ich aber im nächsten Bericht. Ich glaube selbst wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, muss ich weiter hier im Blog schreiben, weil ich so viel nachzuholen habe *haha*
Momentan bin ich wieder in Tokyo und ich bin irgendwie etwas schlecht drauf. Erstmal hatte ich dank Nachtbus nicht wirklich viel Schlaf, dann war das ganze Hostel auch noch voller Leute (und ich hasse Menschenmassen, wenn ich müde bin) und ich konnte erst um 3 Uhr in mein Zimmer rein. Außerdem mag ich mein selbst gekochtes Essen nicht. Es ist nicht schlecht, also man kanns essen, aber ich habe die Nase voll davon *jammer* Ich muss unbedingt richtig kochen lernen!
Naja gut, der Countdown läuft, nur noch 2 Wochen ;)

Liebe Grüße,
Valerie

2 Kommentare:

  1. Pah der war nie im Leben schöner als Ich...
    Niemand kann sich mit meiner Schönheit messen
    Bald ist Hanami
    Grüße
    Neco

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  2. Naja, also wenn du dich gerne als mädchenhaft schön beschreiben willst, gerne *g*
    Jaaa Hanami! Ich freu mich schon. Aber obwohl ich in Japan bin werde ich wohl nichts zum Anziehen haben...

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