Heyho!
Ich bin grade ziemlich schlecht drauf, weil mir heute Reis geklaut wurde -.- Ich habe schön mein Essenszeug in die Küche vom Hostel gepackt und auch beschriftet und habe mich dann ins Wohnzimmer gesetzt, um im Internet zu surfen. Als ich mir dann mein Abendessen zubereiten wollte, habe ich gesehen dass mich jemand netterweise um meine beiden Reispackungen erleichtert hat. Ich saß grade nebenan im Wohnzimmer und jemand klaut meinen Reis! Wie dreist ist das denn? Bis eben war mir echt fast zum Heulen zumute. Das mag vielleicht lächerlich klingen, aber der Reis kostet halt auch was. Und ich habe sowieso festgestellt, dass ich früher oder später ziemliche Geldprobleme haben werde, weil Japan so verdammt teuer ist... Oh Gott, wie viel Geld ich in den Tagen, die ich in Japan bin, schon ausgegeben habe. Daran möchte ich eigentlich gar nicht denken.
Um Geld zu sparen werde ich morgen zwar für 3 Wochen auf eine Farm in der Nähe von Osaka gehen, aber ich habe mein Monatsgeld fast schon in einer Woche ausgegeben. Und es ist ja nicht so, dass ich mir bisher sonderlich viel Luxus geleistet habe. In Südkorea werden die Hostels dann zwar günstiger sein, aber dafür kann ich dort nicht wwoofen, das heißt das Geld wird dort genauso knapp sein. Juhu! -.-
Nun gut, jetzt aber zu erfreulicheren Themen: Kyoto und Bilder.
Ich habe ein paar Bilder bei Facebook hochgeladen, weil das praktischer ist. Wer sich sie ansehen will, der folge diesem Link: KLICK (Ich hoffe auch Leute, die nicht auf Facebook angemeldet sind, können sich die Bilder anschauen. Wenn nicht sagt Bescheid.)
Ich bin in Kyoto ja schon um 5 Uhr morgens angekommen, da hatte der Bahnhof noch nichtmal aufgemacht. Um ca. 6 Uhr begannen sie langsam ein paar Teile des Bahnhofs zu öffnen und ich konnte mich etwas umschauen. Ich habe dann gewartet, bis das Tourist Information Center aufgemacht hat (8:30). Das heißt ich bin 3 1/2 Stunden am herumgelungert. Dann bin ich ab ins Hostel und habe eingecheckt und Gepäck abgestellt. Danach gings los die Umgebung erkunden, das heißt im Grunde durch die Straßen wandern und Tempel anschauen. Als ich dann endlich etwas essen wollte, bin ich zurück zur Kyoto Station. Das Gebäude ist echt groß und man kann hoch auch eine Plattform um Kyoto von oben anzuschauen. Die Restaurants waren aber natürlich alle überteuert. Eine miniminimini Pizza hat 1500 Yen gekostet (ca. 12€). Letztlich habe ich doch noch einen akzeptablen Laden gefunden und Ramen (die Nudeln! ;) ) gegessen. Abends habe ich im Hostel auf dem Zimmer eine andere Deutsche kennengelernt. Mit ihr bin ich dann ins Gion-Viertel gelaufen, wo Geishas und Maikos rumlaufen sollte. Und das war wirklich der Fall! Einzelne Geishas habe ich gesehen, aber ich habe mich nicht getraut sie zu fotografieren xD Sie waren aber schön anzusehen.
Am zweiten Tag habe ich mich dann mit der anderen Deutschen den Fushimin Inari-Taisha Schrein angesehen. Dort führt ein laaanger Weg hoch auf die Spitze des Berges, gesäumt von seeeeeeeehr vielen roten Toren. Und ich bin tatsächlich hochgewandert! Leider war der Weg sehr überfüllt, es gab tausende von Touristen. Je höher wir gingen, desto weniger wurden es jedoch. Danach wollten wir dann den Matsunoo Schrein und den Affenberg besuchen. Den Matsunoo Schrein haben wir uns tatsächlich noch angesehen, danach waren wir aber so fertig vom rumlaufen, dass wir nicht mehr zum Affenberg gegangen sind. Dann haben wir uns auf die Suche nach der nächsten Bushaltestelle gemacht, an der wir mit dem Bus-Tagesticket fahren konnten und nichts extra draufzahlen mussten. Mensch, das war ein Akt! Vor allem sind wir dann in den falschen Bus eingestiegen und mussten doch noch 220 Yen zahlen. Ich war echt wieder im Hostel zu sein nach dem langen Tag.
Für den dritten Tag habe ich mir dann eine Menge vorgenommen - natürlich habe ich nicht alles geschafft. Ich bin also zum Silbernen Pavillon, habe den angeschaut und bin dann den Philosophen Weg entlangegelaufen. Ich muss sagen, den nicht so gut besuchten und kleinen Honen-in Tempel fand ich schöner als die touristenüberfüllten anderen Tempel und Schreine. Schließlich bin ich noch zum Nanzenji Tempel (eine ziemliche große Anlage, dabei war ich schon so fertig vom Laufen) und habe mich dann zum Heian Jingu Schrein aufgemacht (mit dem riesigen roten Tor ein paar Meter vorher). Danach habe ich beschlossen noch zum Kyoto Imperial Park zu laufen. Wieso verdammt nochmal bin ich eigentlich alles gelaufen? Ich hatte doch eine Tagesfahrkarte für den Bus gekauft. Manchmal verstehe ich michz selbst nicht.... Weil ich schon sooo kaputt vom Laufen war, habe ich mir den Park nur sehr kurz angeschaut. Danach ging es wieder zurück ins Hostel ausruhen. Weil ich aber nicht den Abend herumgammeln wollte, habe ich mich nochmal aufgemacht um die Einkaufsstraßen Kyotos zu erkunden. Da gabs wirklich ein paar tolle Geschäfte, aber ich habe mir mal wieder nichts gekauft. Ich hatte gerade den Gedanken, dass es so toll in Japan ist, weil man Abends herumlaufen kann, ohne dumm angesprochen zu werden, als ein älterer Japaner mich zu Kaffee und Kuchen einladen wollte. Er konnte gar kein Englisch und ich habe so getan, als würde ich gar kein Japanisch können, aber er hat nicht aufgegeben. Auch mein "Go away!" konnter oder wollte er nicht verstehen. Schließlich habe ich dann einfach die Straßenseite gewechselt und er ist endlich verschwunden. Zum Glück waren viele Passanten unterwegs, wäre er nämlich nicht gegangen, hätte ich einfach eine Touristengruppe angesprochen.
Heute bin ich zum Kinkakuji Tempel, dem Goldenen Pavillon, gefahren. Der war auch total überfüllt mit Touristen und Schulkindern. Wären nicht so viele Leute da, wäre die Anlage wahrscheinlich viel schöner gewesen. Also bin ich auch nicht sehr lange da geblieben, sondern bin weiter zum Daitokuji Tempel, Kamigamo Schrein und Shimogamo Schrein. Die waren alle ganz nett, aber ich habe mich ehrlich gesagt schon etwas an Schreinen und Tempeln sattgesehen. Später werde ich die meisten Tempel auf meinen Fotos sowieso nicht mehr zuordnen können. Bei letzterem Schrein hat mich eine Gruppe von japanischen Schülerinen angesprochen. Ich glaube die sollten für die Schule Ausländern Fragen stellen, wie z.B. wie lange ich schon in Japan bin, was ich hier machen will, welches japanische Essen ich mag und nicht mag etc. Am Ende haben sie dann noch mit mir zusammen ein Foto gemacht. Ich wurde das erste Mal Valerie-chan genannt ;D Also die Schülerinnen waren echt süß muss ich sagen. Den ganzen Tag über in ganz Kyoto habe ich aber schon Gruppen von Schülern gesehen, die Ausländern Fragen gestellt haben. Vielleicht war heute der Sprich-den Ausländer-an-Tag? Sogar Grundschüler mussten das machen, die standen an der Kyoto Station und haben Schilder hochgehalten. Zu denen bin ich aber nicht hin, weil ich denke, wenn die was von mir wollen, dann sollen die mich doch bitte direkt ansprechen (ja, ich weiß, die sind erst in der Grundschule, aber irgendwann müssen sie es sowieso lernen).
So, es waren schon ziemlich anstrengende Tage in Kyoto, getoppt von einem Reis-Klau -.- Mal gucken wie es dann morgen auf der Farm wird, ich hoffe ich bin dort nicht alleine.
Also, bis ein ander mal!
Liebe Grüße,
Valerie
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Sonntag, 11. Oktober 2009
Allerlei
Konbanwa!
Na, gehts euch allen gut in Deutschland? Mir gehts gut in Japan - trotz eines schrecklichen Taifuns, der durch Japan gefegt ist und auch Tokyo getroffen ... haben sollte. Tja, in der Realität sah das alles etwas anders aus: Sonnenschein und etwas Wind. Ehrlich gesagt war es nur nachts stürmisch, am Morgen zum 08.10. hat dann wirklich die Sonne geschienen. Der Wind war ab und zu stärker aber im großen und ganzen war ziemlich gutes Wetter! Der Taifun hat Tokyo anscheinend nur gestreift? Also, ihr könnt beruhigt aufatmen oder auch enttäuscht sein, dass ich noch lebe ;)
Am Tag vorher, dem 07.10 habe ich übrigens meine Japanischlehrerin und ihren Mann in Asakusa (Tokyo) getroffen. Sie ist nämlich zufällig auch gerade in Japan gewesen. Ich wurde in die wunderbare Welt der japanischen Süßigkeiten eingeführt und durfte Köstlichkeiten wie zum Beispiel Dango probieren. Es war alles sehr lecker, danke nochmal dafür! Ich habe auch ein Beweisfoto von uns beiden, aber Bilder lade ich ein anders mal hoch (das dauert immer so lange).
An den anderen Tagen war ich unter anderem beim Tokyo Metropolitan Government Office oben im Turm auf der Aussichtsplattform. Dort hat man eine geniale Aussicht auf Tokyo, es liegt einem quasi zu Füßen^^ Es sind auch viele lustige Fotos entstanden *hehe* Außerdem war ich nochmals in Akihabara und diesmal tatsächlich in einem Maid Café! Begleitet wurde ich von Timo und Chris - der wollte auch nicht allein in eins gehen und hat sich uns deshalb spontan angeschlossen. In Akihabara haben uns dann 3 Japaner angesprochen, die angeboten haben, uns durch das Viertel zu führen (sie wollten ihr Englisch verbessern). Die haben uns dann schließlich auch in ein gutes und relativ günstiges Maid Café geführt. Leider darf man drinnen keine Fotos machen, daher kann ich es euch nicht zeigen. Aber ich kann sagen, dass nur wenige Maids wirklich hübsch waren =( Ich habe mehr erwartet. Dennoch war es auf jeden Fall eine coole Erfahrung. 3 Minuten mit einer Maid zu reden kostet übrigens 1500 Yen und ein Foto 500 Yen... Aber Timo und ich haben dank der Japaner ein Foto kostenlos bekommen ;D
Abends habe ich dann den Nightbus nach Kyoto genommen. Ich muss sagen, es war schon etwas schwer alle neuen Bekanntschaften wieder zu verlassen und wieder alleine zu reisen. Aber man sieht sich ja immer 2mal im Leben. Die Sitze vom Bus waren übrigends extrem schmal, ich hab mich schon voll eingeengt gefühlt. Ich weiß nicht, wie es wohl einer größeren Person ergeht. Es gab auch quasi gar keine Beinfreiheit. Naja, dafür war es günstig... Angehalten hat der Bus nur einmal für schnell auf Toilette gehen. Ich dachte er würde ein bisschen länger Pause machen, aber das waren allerhöchstens 10 Minuten. Ich hatte noch nicht mal genug Zeit um Kaugummis kaufen zu gehen und hätte fast den Bus verpasst. Zum Glück hat mir meine Sitznachbarin Bescheid gesagt, dass es los geht.
Von meinen bisherigen Erlebnissen in Kyoto erzähle ich dann ein andermal. Also dann, oyasumi nasai!
Liebe Grüße,
Valerie
Na, gehts euch allen gut in Deutschland? Mir gehts gut in Japan - trotz eines schrecklichen Taifuns, der durch Japan gefegt ist und auch Tokyo getroffen ... haben sollte. Tja, in der Realität sah das alles etwas anders aus: Sonnenschein und etwas Wind. Ehrlich gesagt war es nur nachts stürmisch, am Morgen zum 08.10. hat dann wirklich die Sonne geschienen. Der Wind war ab und zu stärker aber im großen und ganzen war ziemlich gutes Wetter! Der Taifun hat Tokyo anscheinend nur gestreift? Also, ihr könnt beruhigt aufatmen oder auch enttäuscht sein, dass ich noch lebe ;)
Am Tag vorher, dem 07.10 habe ich übrigens meine Japanischlehrerin und ihren Mann in Asakusa (Tokyo) getroffen. Sie ist nämlich zufällig auch gerade in Japan gewesen. Ich wurde in die wunderbare Welt der japanischen Süßigkeiten eingeführt und durfte Köstlichkeiten wie zum Beispiel Dango probieren. Es war alles sehr lecker, danke nochmal dafür! Ich habe auch ein Beweisfoto von uns beiden, aber Bilder lade ich ein anders mal hoch (das dauert immer so lange).
An den anderen Tagen war ich unter anderem beim Tokyo Metropolitan Government Office oben im Turm auf der Aussichtsplattform. Dort hat man eine geniale Aussicht auf Tokyo, es liegt einem quasi zu Füßen^^ Es sind auch viele lustige Fotos entstanden *hehe* Außerdem war ich nochmals in Akihabara und diesmal tatsächlich in einem Maid Café! Begleitet wurde ich von Timo und Chris - der wollte auch nicht allein in eins gehen und hat sich uns deshalb spontan angeschlossen. In Akihabara haben uns dann 3 Japaner angesprochen, die angeboten haben, uns durch das Viertel zu führen (sie wollten ihr Englisch verbessern). Die haben uns dann schließlich auch in ein gutes und relativ günstiges Maid Café geführt. Leider darf man drinnen keine Fotos machen, daher kann ich es euch nicht zeigen. Aber ich kann sagen, dass nur wenige Maids wirklich hübsch waren =( Ich habe mehr erwartet. Dennoch war es auf jeden Fall eine coole Erfahrung. 3 Minuten mit einer Maid zu reden kostet übrigens 1500 Yen und ein Foto 500 Yen... Aber Timo und ich haben dank der Japaner ein Foto kostenlos bekommen ;D
Abends habe ich dann den Nightbus nach Kyoto genommen. Ich muss sagen, es war schon etwas schwer alle neuen Bekanntschaften wieder zu verlassen und wieder alleine zu reisen. Aber man sieht sich ja immer 2mal im Leben. Die Sitze vom Bus waren übrigends extrem schmal, ich hab mich schon voll eingeengt gefühlt. Ich weiß nicht, wie es wohl einer größeren Person ergeht. Es gab auch quasi gar keine Beinfreiheit. Naja, dafür war es günstig... Angehalten hat der Bus nur einmal für schnell auf Toilette gehen. Ich dachte er würde ein bisschen länger Pause machen, aber das waren allerhöchstens 10 Minuten. Ich hatte noch nicht mal genug Zeit um Kaugummis kaufen zu gehen und hätte fast den Bus verpasst. Zum Glück hat mir meine Sitznachbarin Bescheid gesagt, dass es los geht.
Von meinen bisherigen Erlebnissen in Kyoto erzähle ich dann ein andermal. Also dann, oyasumi nasai!
Liebe Grüße,
Valerie
Donnerstag, 8. Oktober 2009
Leben und Arbeiten auf einer Farm
Hallo zusammen!
Man mag es kaum glauben, aber ich lebe noch und ich habe auch noch nicht die Lust am bloggen verloren. Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber wie es der Titel schon verrät habe ich für 2 Wochen auf einer Farm gearbeitet und dort hatte ich leider nur begrenztes Internet und kein W-Lan. Von der Zeit werde ich in diesem Eintrag gleich berichten.
Zunächst einmal wollte ich mich aber für die ganzen bisherigen Kommentare bedanken =) Ich freu mich immer, wenn ich einen neuen Kommentar sehe. Und auch danke an alle stillen Mitleser.
Nun aber zum Bericht der 2 Wochen.
Die Reise zur Komafarm habe ich recht gut überstanden. Mit dem Zug gings erstmal von Tokyo nach Takao, dann nach Kofu und schließlich nach Nirasaki. Insgesamt waren das 2-3 Stunden Fahrt. Ich hab mir auf der Reise dann Pocky gekauft, weil diese Süßigkeit im Internet hoch gelobt wird. Naja, meiner Meinung nach sind die überbewertet. Sie schmecken halt wie stinknormale Mikadostäbchen. Im Zug nach Nirasaki waren auch eine Menge Schüler dabei und ich musste mich mit meinem großen Backpack reinquetschen. Dort habe ich dann fast ne Japanerin zerquetscht, weil ich mich nirgends festhalten konnte. Letztlich haben es aber alle Anwesenden überlebt.
Danach musste ich einen Bus nach Shiogawa nehmen. Also habe ich auf japanisch Leute gefragt, welcher Bus der richtige ist, was mir auch sofort gezeigt wurde. Anders als in Tokyo können die Leute auf dem Land nämlich wirklich so gut wie gar kein Englisch. Auf der Busfahrt bin ich aber dann ziemlich verzweifelt, weil dort alles nur in Kanji stand und ich keine Ahnung hatte, wann die richtige Haltestelle kommt. Außerdem war die Busfahrt so extrem lang, ich dachte da müsste was faul sein. Ich habe also einen Schüler angesprochen und total vollgejammert. Der arme tut mir im Nachhinein extrem Leid. Er konnte nämlich gaaar kein Englisch und hat versucht mir irgendwas mitzuteilen. Ich habe natürlich nichts verstanden. Letztendlich habe ich es aber doch noch nach Shiogawa geschafft. Weil ich aber so fertig mit den Nerven war, hat der Schüler für mich die Farm angerufen (mein Handy hatte in den Bergen kein Netz) und den Leuten gesagt, dass sie mich abholen sollen. Sonst hätte ich nämlich noch weiter fahren müssen. Also der Schüler war echt so nett und hat mir so ungefähr mein Leben gerettet. Sonst wäre ich nämlich vollkommen verzweifelt. Mein Hostvater hat mich dann also abgeholt, zusammen mit einem anderen deutschen Wwoofer, der auch gerade zufällig auf der Farm war (Grüß dich, Timo!^^)
Auf der Farm leben der Hostvater (den Namen habe ich nie rausgefunden, habe ihn immer nur otoosan = Vater genannt) und Chiharu-san (eine Frau). Ihre Beziehung zueinander habe ich nie richtig verstanden. Der Hostvater war schon älter und Chiharu-san Ende 30, aber er war nicht ihr Vater. Vielleicht Onkel? Ich werde es wohl nie herausfinden. Der Hostvater war auf jeden Fall seeeeeehr nett und hat immer für alle gekocht. Mit ihm habe ich am liebsten gearbeitet, weil er schön unkompliziert war. Chiharu-san dagegen ist die stressigste Person, die ich je getroffen habe. Immer am herumrennen und machen, nie hat sie sich mal eine Pause gegönnt. Mit ihr zu arbeiten war immer etwas anstrengend. Außerdem gab es noch einen Hund, Ryu-chan. Sie ist überhaupt nicht erzogen, bellt immer wenn sie spazieren gehen, essen oder einfach nur Aufmerksamkeit will. Sogar morgens hat sie immer gebellt, sodass man gar nicht die Möglichkeit hatte mal länger im Bett zu bleiben. Aber ich musste sowieso jeden Tag vor 6 Uhr aufstehen. Das ist mir sogar überraschend leicht gefallen, ich dachte ich würde mehr kämpfen müssen. Ryu-chan konnte auch noch nichtmal Stöcken oder sowas holen. Wenn man etwas geschmissen hat, dann ist sie immer nur hingelaufen, aber nicht mehr zurück... Das war sehr merkwürdig.
Meine Arbeit auf der Farm bestand hauptsächlich darin Hanamame ( eine Art Bohne) zu pflücken und zu öffnen, Mais zu pflücken, Zucchini zu pflücken oder Kartoffeln zu sortieren. Außerdem musste ich im Haushalt helfen, das heißt staubsaugen, abwaschen, Wäsche aufhängen, etc. Also ingesamt war die Arbeit vom körperlichen gesehen nicht sonderlich schwer und anstrengend. Aber sie war zum Teil sehr langweilig. Zum Glück war der andere deutsche Wwoofer da, dann konnten wir uns wenigstens unterhalten. Ich glaube aber auch, dass ich eine gute Zeit erwischt habe, weil ich öfters freie Tage hatte.
Das japanische Essen hat mir größtenteils auch gut geschmeckt. Leider waren in manchen Gerichten Pilze drinnen. Es gab einmal so weiße, kleine Pilze, die habe ich sogar gegessen (Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe sie gegessen!!!), weil ich nichts sagen wollte. Die anderen braunen Pilze habe ich aber unauffällig raussortiert, bzw. nicht gegessen. Ich muss sagen, durch diese 2 Wochen bin ich zum totalen Reis, Tofu und Kürbis-Fan avanciert. Und es ist gar nicht so schlimm morgens schon Reis zu essen! Ich habe übrigens auch Natto probiert - das angeblich schlimmste japanische Essen, was man einem Ausländer vorsetzen kann. Ich fand es letztendlich aber nicht sooo eklig, habs mir schlimmer vorgestellt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es nie roh probiert habe, sondern immer nur mit Soße vermischt. Immer hätte ich Natto aber auch nicht essen können. Zwischen der Arbeit gab es dann immer mal wieder Pausen mit Snacks. Dort habe ich eine japanische Süßigkeit lieben gelernt: Gebäckstückchen mit Karamell überzogen. Passt besonders gut zu Kaffee. Ich muss mir unbedingt davon was nach Deutschland mitnehmen, wenn ich heimkomm!
Ich könnte noch sooo viel über die Zeit auf der Farm schreiben, aber dann würde der Eintrag ewig lang werden. Deshalb höre ich hier auch einfach für heute auf. Vielleicht schreibe ich ja nochmal später was dazu. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Zeit auf der Farm sehr interessant fand und dass es sich gelohnt hat dort hin zu fahren.
Man mag es kaum glauben, aber ich lebe noch und ich habe auch noch nicht die Lust am bloggen verloren. Es tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber wie es der Titel schon verrät habe ich für 2 Wochen auf einer Farm gearbeitet und dort hatte ich leider nur begrenztes Internet und kein W-Lan. Von der Zeit werde ich in diesem Eintrag gleich berichten.
Zunächst einmal wollte ich mich aber für die ganzen bisherigen Kommentare bedanken =) Ich freu mich immer, wenn ich einen neuen Kommentar sehe. Und auch danke an alle stillen Mitleser.
Nun aber zum Bericht der 2 Wochen.
Die Reise zur Komafarm habe ich recht gut überstanden. Mit dem Zug gings erstmal von Tokyo nach Takao, dann nach Kofu und schließlich nach Nirasaki. Insgesamt waren das 2-3 Stunden Fahrt. Ich hab mir auf der Reise dann Pocky gekauft, weil diese Süßigkeit im Internet hoch gelobt wird. Naja, meiner Meinung nach sind die überbewertet. Sie schmecken halt wie stinknormale Mikadostäbchen. Im Zug nach Nirasaki waren auch eine Menge Schüler dabei und ich musste mich mit meinem großen Backpack reinquetschen. Dort habe ich dann fast ne Japanerin zerquetscht, weil ich mich nirgends festhalten konnte. Letztlich haben es aber alle Anwesenden überlebt.
Danach musste ich einen Bus nach Shiogawa nehmen. Also habe ich auf japanisch Leute gefragt, welcher Bus der richtige ist, was mir auch sofort gezeigt wurde. Anders als in Tokyo können die Leute auf dem Land nämlich wirklich so gut wie gar kein Englisch. Auf der Busfahrt bin ich aber dann ziemlich verzweifelt, weil dort alles nur in Kanji stand und ich keine Ahnung hatte, wann die richtige Haltestelle kommt. Außerdem war die Busfahrt so extrem lang, ich dachte da müsste was faul sein. Ich habe also einen Schüler angesprochen und total vollgejammert. Der arme tut mir im Nachhinein extrem Leid. Er konnte nämlich gaaar kein Englisch und hat versucht mir irgendwas mitzuteilen. Ich habe natürlich nichts verstanden. Letztendlich habe ich es aber doch noch nach Shiogawa geschafft. Weil ich aber so fertig mit den Nerven war, hat der Schüler für mich die Farm angerufen (mein Handy hatte in den Bergen kein Netz) und den Leuten gesagt, dass sie mich abholen sollen. Sonst hätte ich nämlich noch weiter fahren müssen. Also der Schüler war echt so nett und hat mir so ungefähr mein Leben gerettet. Sonst wäre ich nämlich vollkommen verzweifelt. Mein Hostvater hat mich dann also abgeholt, zusammen mit einem anderen deutschen Wwoofer, der auch gerade zufällig auf der Farm war (Grüß dich, Timo!^^)
Auf der Farm leben der Hostvater (den Namen habe ich nie rausgefunden, habe ihn immer nur otoosan = Vater genannt) und Chiharu-san (eine Frau). Ihre Beziehung zueinander habe ich nie richtig verstanden. Der Hostvater war schon älter und Chiharu-san Ende 30, aber er war nicht ihr Vater. Vielleicht Onkel? Ich werde es wohl nie herausfinden. Der Hostvater war auf jeden Fall seeeeeehr nett und hat immer für alle gekocht. Mit ihm habe ich am liebsten gearbeitet, weil er schön unkompliziert war. Chiharu-san dagegen ist die stressigste Person, die ich je getroffen habe. Immer am herumrennen und machen, nie hat sie sich mal eine Pause gegönnt. Mit ihr zu arbeiten war immer etwas anstrengend. Außerdem gab es noch einen Hund, Ryu-chan. Sie ist überhaupt nicht erzogen, bellt immer wenn sie spazieren gehen, essen oder einfach nur Aufmerksamkeit will. Sogar morgens hat sie immer gebellt, sodass man gar nicht die Möglichkeit hatte mal länger im Bett zu bleiben. Aber ich musste sowieso jeden Tag vor 6 Uhr aufstehen. Das ist mir sogar überraschend leicht gefallen, ich dachte ich würde mehr kämpfen müssen. Ryu-chan konnte auch noch nichtmal Stöcken oder sowas holen. Wenn man etwas geschmissen hat, dann ist sie immer nur hingelaufen, aber nicht mehr zurück... Das war sehr merkwürdig.
Meine Arbeit auf der Farm bestand hauptsächlich darin Hanamame ( eine Art Bohne) zu pflücken und zu öffnen, Mais zu pflücken, Zucchini zu pflücken oder Kartoffeln zu sortieren. Außerdem musste ich im Haushalt helfen, das heißt staubsaugen, abwaschen, Wäsche aufhängen, etc. Also ingesamt war die Arbeit vom körperlichen gesehen nicht sonderlich schwer und anstrengend. Aber sie war zum Teil sehr langweilig. Zum Glück war der andere deutsche Wwoofer da, dann konnten wir uns wenigstens unterhalten. Ich glaube aber auch, dass ich eine gute Zeit erwischt habe, weil ich öfters freie Tage hatte.
Das japanische Essen hat mir größtenteils auch gut geschmeckt. Leider waren in manchen Gerichten Pilze drinnen. Es gab einmal so weiße, kleine Pilze, die habe ich sogar gegessen (Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe sie gegessen!!!), weil ich nichts sagen wollte. Die anderen braunen Pilze habe ich aber unauffällig raussortiert, bzw. nicht gegessen. Ich muss sagen, durch diese 2 Wochen bin ich zum totalen Reis, Tofu und Kürbis-Fan avanciert. Und es ist gar nicht so schlimm morgens schon Reis zu essen! Ich habe übrigens auch Natto probiert - das angeblich schlimmste japanische Essen, was man einem Ausländer vorsetzen kann. Ich fand es letztendlich aber nicht sooo eklig, habs mir schlimmer vorgestellt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es nie roh probiert habe, sondern immer nur mit Soße vermischt. Immer hätte ich Natto aber auch nicht essen können. Zwischen der Arbeit gab es dann immer mal wieder Pausen mit Snacks. Dort habe ich eine japanische Süßigkeit lieben gelernt: Gebäckstückchen mit Karamell überzogen. Passt besonders gut zu Kaffee. Ich muss mir unbedingt davon was nach Deutschland mitnehmen, wenn ich heimkomm!
Ich könnte noch sooo viel über die Zeit auf der Farm schreiben, aber dann würde der Eintrag ewig lang werden. Deshalb höre ich hier auch einfach für heute auf. Vielleicht schreibe ich ja nochmal später was dazu. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Zeit auf der Farm sehr interessant fand und dass es sich gelohnt hat dort hin zu fahren.
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